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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2018
Letzte Zuflucht
Die Christen und der Staat: Das Ringen ums Kirchenasyl
Der Inhalt:

Trostpflaster? Nein danke!

Das Erzbistum München fördert Frauen. Wesentliches bleibt für Männer reserviert

In der römisch-katholischen Kirche mutet es an wie eine Revolution: Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, will den Posten des Generalvikars in seinem Erzbistum ab 2020 splitten. Die erzbischöfliche Verwaltung soll dann nicht mehr von einem Priester geleitet werden, sondern von einer Frau oder einem Mann aus dem Laienstand.

Das operative Geschäft »ent-priestern«: Das ist neu. Freilich bleibt die andere Hälfte der Macht für einen Priester reserviert. Auch künftig wird es einen Mann geben, der den Titel »Generalvikar« trägt. Er soll sich »um inhaltliche und theologische Fragen« kümmern, wird die Aufsicht über die Person haben, die die Verwaltung stemmt.

Was ändert das am System der Kirche? Nichts. Römisch-katholisch sein heißt auch weiterhin, einer Zwei-Stände-Kirche anzugehören. Priester stehen oben, Laien unten. Und im Katholiken-Sprech sind Laien nicht etwa Menschen, die keine Profession für ihre Arbeit haben, sondern solche, die nicht geweiht sind. Auch promovierte Theologinnen mit Einserexamen befinden sich damit am Fuß der Machtpyramide. Priester sein dürfen nämlich nur Männer. Und die sorgen seit Jahrhunderten dafür, dass ihr Geschlechtsmerkmal der entscheidende Machtfaktor bleibt.

Wenn sich in München auch weiterhin ein leitender Priester um »theologische Fragen« kümmern soll, ist also garantiert, dass Mannsein Bestimmersein heißt. Es wäre ja auch ein Wunder, wenn kirchenleitende Männer von sich aus – einfach nur aus Einsicht in die Notwendigkeit – Macht teilen wollten. Nun umweht die Ständekirche ein Hauch von ganz und gar nicht echter Gerechtigkeit. Frauen durchschauen das