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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2018
Letzte Zuflucht
Die Christen und der Staat: Das Ringen ums Kirchenasyl
Der Inhalt:

Kolumne Von Fabian Vogt: Bei dir piept’s wohl!

Ich hasse Anrufbeantworter. Beziehungsweise »Mailboxen«, wie diese »Sprech-Durchfall« produzierenden Aufzeichnungsfunktionen inzwischen heißen. Erstens finde ich, dass es sich gehört, dranzugehen, wenn ich schon persönlich anrufe, und zweitens mangelt es überall an Mailbox-Etikette.

Manche Leute stellen sich auf ihrem Anrufbeantworter noch nicht mal vor. Da heißt es dann nur: »Zurzeit ist niemand zu erreichen. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Piepston.« Und dann kommt der Höhepunkt der Unverschämtheit: nämlich kein Piepston. Man lauscht verzweifelt in die Weite des Universums, fühlt sich völlig verloren – und fragt sich: »Läuft das jetzt oder nicht?« Das ist einer der einsamsten Momente des Lebens. Und weil man nicht total bescheuert rüberkommen will, fängt man an, absolut sinnloses Zeug zu erzählen. Ja, man redet sich um Kopf und Kragen – und kann das nie wieder rückgängig machen. Ich behaupte daher: Die sinnvollste Erfindung für das 21. Jahrhundert wäre eine »Fernlösch-Taste« für missratene Anrufbeantworter-Aufnahmen.

Vorgestern hatte ich so einen Fall: Jemand hatte mir eine Nummer durchgegeben – von einem Menschen, den ich unbedingt noch wegen einer kurzfristigen Weihnachtslesung kontaktieren sollte. Allerdings hatte ich die Nummer in der U-Bahn notiert und konnte sie jetzt selbst nicht mehr richtig lesen. War die zweite Ziffer eine 3 oder eine 5? Und ob das am Ende eine 1 oder eine dahingekrakelte 7 sein sollte, blieb auch ein Mysterium.

Also habe ich einfach mal die erste Version ausprobiert. Und batsch: »Zurzeit ist niemand zu erreichen. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Piepston.« Tja! Was jetzt? Ich habe drauflosgestottert: »Äh … hier