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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2017
Wie kommt Gott in die Welt?
Ein muslimisch-christliches Gespräch zum Advent
Der Inhalt:

Buch des Monats: Mit Religion in die Zukunft

von Norbert Copray vom 08.12.2017
Mut zu Visionen des guten Lebens in Zeiten der Globalisierung

Miroslav Volf
Zusammen wachsen
Globalisierung braucht Religion. Gütersloher Verlagshaus. 332 Seiten. 24,99 €

Egopragmatische oder gewalttätig-visionäre Politiken verzehren Erde und Humanität. Es gibt jedoch Visionen für eine ökosoziale Zukunft, in der Menschen wachsen und ein »blühendes Leben« führen können: Sie wurzeln in den besten ökohumanen Traditionen der Weltreligionen. Miroslav Volf hat sein Buch »Zusammen wachsen« genannt, in doppelter Bedeutung: gemeinsam nebeneinander und zueinander wachsen. Er vertritt die diskussionswürdige These: »Globalisierung braucht Religion«. Schließlich existiert die Globalisierung »innerhalb der Religionen, und die Weltreligionen existieren innerhalb der Globalisierung« – Religionen und Globalisierung sind enger miteinander verstrickt, als man denkt. Der Autor ist sich des janusköpfigen Charakters sowohl der Globalisierung als auch der Religionen bewusst. Zu den Weltreligionen zählt er Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum, Islam und Konfuzianismus. Der Autor selbst ist ein multikultureller Christ, der offen, tolerant, engagiert und pazifistisch mit seiner Religion und anderen Religionen umgeht. Er kommt aus einer pfingstkirchlichen Familie in Kroatien und wurde zu einem einflussreichen evangelikalen, anglikanischen Theologen, der wegen seiner Erfahrungen im Kroatienkrieg eine Theologie der Vergebung und Gewaltlosigkeit entwickelte. Volf promovierte und habilitierte beim renommierten evangelischen Theologieprofessor Jürgen Moltmann in Tübingen und ist derzeit Professor für Systematische Theologie an der Yale University (USA). Volf geht den wechselseitigen Herausforderungen von Religionen und Globalisierung gut verständlich nach, immer mit Blick auf aktuelle Entwicklungen und konstruktive Perspektiven. Im ersten Teil wird exzellent beschrieben, wie die Globalisierung extremen Druck auf das Gemeinwohl ausübt und wie friedvolle Religionen hier ihren Beitrag leisten können, wenn sie konstruktiv zusammenwirken. Religionen wachsen, auch wenn das in Europa kaum zu erkennen ist und »Fehlformen der Religionen« oft den Blick darauf verstellen, wie sie überwiegend friedlich einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Daher befasst sich Volf im zweiten Teil anregend mit »respektvollen Geisteshaltungen« und einem »respektvollen Regime«, das Religionsfreiheit und wechselseitige Wertschätzung einschließt. Es sei ferner nichts falsch daran,

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