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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2016
Mit Feinden reden
Ex-Diplomat Michael Steiner über die Magie des Verhandelns
Der Inhalt:

Zwei für Dresden

von Katharina Rögner vom 02.12.2016
Ob Frank Richter und Angelika Behnke die Frauenkirche mehr denn je zu einem Ort der Begegnung von Politik und Religion machen werden? Er hat einen Namen als Moderator von Konfliktgesprächen mit Populisten. Sie steht für eine offene Kirche

Sie schätzt Professionalität und offene Kirchen. Beides verbindet sie mit ihrem künftigen Amt: Angelika Behnke, 43, ist neue Pfarrerin an der Dresdner Frauenkirche. Am 1. Advent hielt sie dort ihre erste Predigt.

Sie freue sich auf Dresden, sie merke, dass sie willkommen sei, sagt sie. Auch wenn der Abschied aus Berlin ihr nicht so leicht fällt. Die neue Aufgabe passe perfekt zu ihren Begabungen und Interessen. Immer schon wollte sie in einer Kirche mitten in der Stadt, einer sogenannten Citykirche, mit zahlreichen Touristen, arbeiten.

In Berlin war sie bereits Gastpredigerin an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und am Dom. Dass die Frauenkirche Tausende Besucher hat, aber keine eigene Gemeinde, davor sei ihr nicht bange. »Ich habe keine Scheu vor der Öffentlichkeit«, sagt die Frau mit dem herzlichen Lachen und der schnittigen Kurzhaarfrisur, die sich selbst als »fröhliche Pfarrerin« bezeichnet. Wichtig sei ihr als Theologin der Gedanke der Versöhnung.

Behnke wurde im Juni auf die zweite Pfarrstelle an die Frauenkirche berufen. Im wiederaufgebauten Barockbau am Neumarkt soll sie die projektbezogene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fortführen sowie Kontakte in der Ökumene und der Friedensarbeit pflegen. Auch Glaubenskurse für Erwachsene und die Schulung der ehrenamtlichen Kirchenführer gehören zu ihren Aufgaben.

Der erste Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt spricht von einer »neuen Ära«, er rechne auch damit, dass er und Behnke unterschiedliche Zielgruppen ansprechen werden, etwa in der Seelsorge.

Behnke freut sich vor allen auch auf die Touristen, die die Frauenkirche besuchen. »Auf das bunte Publikum bin ich sehr gespannt«, sagt sie. Andachten und Kirchenführungen seien eine gute Gelegenheit, Menschen zu erreichen. Die Kirche zieht seit ihrer Fertigstellung im Jahr 2005 jährlich etwa zwei Millionen Besucher an.

Auf die Frage, ob sie ein Homo-Paar öffentlich in einem Gottesdienst segnen würde, antwortet sie: »Kirche kann an gesellschaftlichen Fragen nicht vorbeigehen. Wer bin ich, dass ich Segen verweigere?« Wenn die erste Anfrage komme, werde darüber nachzudenken sein, fügt sie hinzu – als vorläufige Antwort auf ein strittiges Thema in der sächsischen Landeskirche. Die Theologin liebt das Reisen, gute Filme und vor allem das Rhetorische. »Der rote Faden ist die Suche nach Sprache und

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