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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2016
Mit Feinden reden
Ex-Diplomat Michael Steiner über die Magie des Verhandelns
Der Inhalt:

Die Welt »fairwandeln«

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 02.12.2016
Fünf studentische Initiativen erhalten eine Auszeichnung der Karl Kübel Stiftung

Junge Menschen verbringen Zeit im Ausland, kehren zurück und engagieren sich aufgrund der dort gesammelten Erfahrungen hierzulande – eine Entwicklung, die es zu unterstützen gilt, findet die Karl Kübel Stiftung. Sie hat zum ersten Mal den Fairwandler-Preis vergeben, mit dem sie entwicklungspolitisch engagierte junge Menschen fördert. »Die Fairwandler zeigen Gegenentwürfe zu den einfachen Botschaften des tagespolitischen Geschehens«, sagt Stefanie Himmel, Projektleiterin der Stiftung.

Fünf Initiativen haben den Preis am 18. November erhalten: das Konstanzer Antirassismus-Projekt »Bridging Gaps«, das Freiwilligenmagazin »mitten.drin«, das Möglichkeiten des Engagements in Deutschland aufzeigt, die Ausstellung »Sichtwechsel – Stadtbilder Afrika«, die ein alternatives Afrikabild vermitteln möchte, das Projekt »SchokoLüne«, das fair gehandelten Kakao aus Ecuador direkt nach Lüneburg importiert, sowie das internationale Zeitzeugenprojekt »Open History«.

Letzteres wurde von den Studenten Lena Dorfschmidt und Justin Shenk gegründet. Als sie ein Jahr im Hochland von Guatemala verbrachten, erzählte ihnen ein ehemaliger Guerillakämpfer von einer Vergangenheit, über die auch 36 Jahre nach Ende des Krieges aus Angst vor Verfolgung kaum jemand spricht. Aus dieser Erfahrung ist das Open History Project entstanden, eine Plattform im Internet, die Zeitzeugenberichte aus aller Welt in 42 verschiedenen Sprachen veröffentlicht. »Wir wollen über historische Ereignisse aus der Sicht von Menschen berichten, die sie selbst miterlebt haben«, erklärt die 23-jährige Studentin aus Osnabrück. »Und wir wollen ihre Stimmen vor dem Vergessen bewahren.« Gleichzeitig soll das Projekt helfen, andere Sichtweisen wahrzunehmen, und zum Zuhören motivieren – in der eigenen Familie und in der Welt.

Mehr als 500 Ehrenamtliche, Übersetzerinnen und Interviewer arbeiten inzwischen daran, die Erfahrungsberichte aus Myanmar, Nepal, den USA, Ägypten und vielen weiteren Ländern zu sammeln und zu dokumentieren. Ihr Motto: »Wir glauben an eine Welt, in der Mitgefühl nicht an politischen oder geografischen Grenzen scheitert.« Mit ihrem Projekt gehen sie auch in Schulklassen und Jugendgruppen und stellen Material für Lehrer bereit.

»Die Fairwandler zeigen uns: Auslandsaufenthalte können weit mehr sein

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