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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2015
Mission Weltrettung
Was die Religionen zum Klimaschutz beitragen können
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 04.12.2015

Salman Rushdie, von Fatwas bedrohter Schriftsteller, wirft Europa vor, im Umgang mit Saudi-Arabien völlig naiv zu sein. Saudi-Arabien sei maßgeblich dafür verantwortlich, dass die radikal-islamischen Lehren des Wahhabismus (Salafismus) weltweit verbreitet würden. »Das war eine winzig kleine Strömung im sunnitischen Islam, bis die Saudis dazu übergingen, mit ihren Öl-Dollars den Wahhabismus weltweit zu propagieren.« Auch der schiitische Iran verbreite über sein Netz von Koranschulen extreme Auslegungen. Der Kampf der beiden Länder um die Vormacht in der islamischen Welt sei ein Kreuzfeuer, »in das wir alle geraten sind«.

Mouhanad Khorchide, Islamwissenschaftler aus Münster, ruft muslimische Gelehrte auf, deutlicher zwischen der Rolle Mohammeds als Verkünder Gottes und seiner Rolle als Staatsoberhaupt zu unterscheiden. Mohammed habe mit Blick auf irdische Fragen keinen absoluten Gehorsam eingefordert. Viele islamische Gelehrte betrachteten jedoch die Gesellschaftsordnung von Medina, die juristischen Regelungen jener Zeit und die Geschlechterrollen als »kontextunabhängige, verbindliche göttliche Gesetzgebung«. Dieses Verständnis blockiere jeden Versuch, die juristische Ordnung weiterzuentwickeln und den »Islam heute mit demokratischen Grundwerten sowie mit unserem Verständnis von Menschenrechten in Einklang zu bringen«.

Saul Luciano Lliuya, Kleinbauer und Bergführer aus Peru, hat in Essen eine Klage gegen das Energieunternehmen RWE eingereicht. Die gewaltigen Emmissionsmengen des Konzerns gefährdeten seine Familie, sein Eigentum sowie einen großen Teil seiner Heimatstadt Huaraz, die durch den Klimawandel von einem schnell wachsenden Gletschersee bedroht wird, heißt es zur Begründung.

Claudia Liliana Erazo, Menschenrechtlerin aus Kolumbien, wünscht sich, dass die Bundesregierung die Einfuhr kolumbianischer Steinkohle strenger kontrolliert. Der Bergbau in dem südamerikanischen Land führe immer wieder zu brutalen Vertreibungen der Bewohner, die von der kolumbianischen Justiz nicht geahndet würden. Deutsche Unternehmen sollten sicherstellen, dass die importierte Kohle nicht aus den betroffenen Regionen stammt.

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