Kraft aus der Katakombe
Fünfzig Jahre ist es her, dass am 16. November 1965, kurz vor dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils, eine Gruppe von vierzig Konzilsvätern in der römischen Domitilla-Katakombe ein Dokument unterschrieben, mit dem sie sich persönlich »für eine arme und dienende Kirche« verpflichteten. Aus dem Engagement dieser Bischöfe – darunter Helder Camara, José Dammert und Aloisio Lorscheider – entstand auf katholischer Seite die »Kirche der Armen« und auch die Befreiungstheologie. Rom hat unter den konservativen Päpsten Benedikt XVI. und Johannes Paul II. die Befreiungstheologie unnachgiebig verfolgt, wegen ihrer »marxistischen« Sicht der gesellschaftlichen Konflikte. Doch Papst Franziskus versöhnt sich mit den jahrzehntelang drangsalierten Theologen.
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