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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2015
Mission Weltrettung
Was die Religionen zum Klimaschutz beitragen können
Der Inhalt:

Giftiges Silber

von Knut Henkel vom 04.12.2015
Ein Bischof in Guatemala leistet Widerstand gegen die Zerstörung der Böden und Quellen durch Bergbaukonzerne

Santa Rosa de Lima gilt als eine der konfliktivsten Regionen in Guatemala. Der Kokainschmuggel nach Norden in Richtung USA und der Bergbau sorgen für stete Unruhe. Cuilapa heißt die Verwaltungsstadt, sie liegt an der Interamericana-Fernstraße in Richtung El Salvador. »Das beschert uns Probleme, denn wir liegen mitten im Drogenkorridor nach Norden«, erklärt Bischof Bernabé de Jesús Sagastume Lemus. Er hat einen harten Job.

Der Bischof der Region Santa Rosa lebt in Cuilapa. Der 54-jährige Kapuziner gehört zum progressiven Flügel in der katholischen Kirche. Den an den Rand der Gesellschaft gedrängten Menschen eine Stimme geben ist eines seiner Prinzipien. »Dazu müssen wir den Leuten bewusst machen, was für Rechte sie haben«, sagt der junge Bischof. Dazu zähle das Recht, friedlich zu protestieren und gegen die hemmungslose Ausplünderung der Natur mobilzumachen. Denn Fördern ohne Rücksicht auf Verluste ist in Guatemala Teil des Alltags: Kanadische und US-amerikanische Bergbaufirmen konzentrieren sich auf das kleine zentralamerikanische Land.

Insgesamt 345 Bergbaukonzessionen wurden vergeben, für 592 weitere liegen Anträge vor. Für Bischof Sagastume Lemus ist die Politik dahinter fragwürdig, denn der Bergbau bedeutet ein Risiko für die Gemeinden. »Die Güter, die Gott für alle schuf, können nicht für einige wenige monopolisiert werden«, argumentiert der im Juli 2007 zum Bischof ernannte Ordensmann. Seine Position ist die eines Befreiungstheologen. Das Bekenntnis zu den Armen ist für den in Honduras geborenen, in Guatemala aufgewachsenen Kirchenmann grundlegend. In Predigten nimmt er kein Blatt vor den Mund. Einige seiner Reden stehen sogar auf Youtube, was für einen Bischof in Guatemala nicht unbedingt Usus ist. Darin wirft er den Bergbauunternehmen, die in der Provinz Santa Rosa präsent sind, Ignoranz vor. »Es geht ihnen nur um die Ausbeutung. Was die Leute anschließend mit den kontaminierten Böden machen, spielt keine Rolle«, kritisiert der Kapuziner.

In Santa Rosa, einer in erster Linie von Landwirtschaft geprägten Region, sind vergiftete Böden fatal, denn es gibt nicht viele Arbeitgeber neben der Landwirtschaft. Das Bergwerk Escobal, eine von dem kanadischen Konzern Tahoe Resources betriebene Silbermine, ist zwar ein Arbeitgeber,

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