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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2013
Vertrauen, verändern, genießen
Margot Käßmann über die Zukunft der Christen
Der Inhalt:

Die Überraschende

von Bettina Röder vom 06.12.2013
Aufgefallen: Bodenständig und doch gern auf Umwegen: Judith Königsdörfer aus Halle sitzt jetzt im Leitungsgremium des Weltkirchenrates

Es gibt Menschen, die ändern den Kompass ihres Lebens und bleiben sich doch treu. Sie sind bodenständig und doch für Überraschungen gut. Die dreißigjährige Judith Königsdörfer, die jüngst bei der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen im südkoreanischen Busan in dessen Präsidium gewählt wurde, gehört zu ihnen. In geraden Bahnen verlief ihr Leben nicht, es gab viele Umwege. Und das wollte sie wohl auch so.

Das begann schon nach dem Abitur, als sie vom Lernen vorerst genug hatte. »Ich wollte was Kreatives machen«, sagt die blonde Frau und lacht. Drei Jahre erlernte sie in Waldenburg bei Zwickau das Töpferhandwerk. Dann war wieder die Kopfarbeit dran. Sie studierte Agrarwissenschaft, das Fach, in dem sie heute an der Universität Magdeburg promoviert. Derzeit lebt sie im benachbarten Halle, der Stadt, die sie wegen der Burgen und der Saale so sehr liebt und wo auch ihr Bruder und ihre Freunde sind. »Wenn ich fertig bin, kann ich als Saatgut-Beraterin arbeiten oder selbst eine kleinen Hof führen, auf alle Fälle für andere was Gutes tun«, sagt sie. Und man nimmt es ihr ab. So auch, wenn sie sagt, dass Kirche Heimat ist, sie da gern ehrenamtlich mittun will.

Wie das gehen kann, das weiß die 1983 im sächsischen Elsterwerda Geborene von ihren Eltern, die dort einen privaten Pflegedienst betreiben. Ihr eigenes kirchliches Engagement reicht bis in die Kindergottesdienstzeit zurück. Später engagierte sie sich in der Studentengemeinde Halle. Damals wurde sie gefragt, ob sie als Jugenddelegierte in die Synode der mitteldeutschen Kirchen will. »Da wusste ich gar nicht so richtig, was eine Synode ist«, amüsiert sie sich heute. Das änderte sich. Bald stellte sie fest: »Wir brauchen ein Gremium, das sich mit Umweltfragen befasst!« Mit anderen Jugenddelegierten gründete sie den Sonderausschuss Klima, Umwelt und Landwirtschaft. Der befasste sich auch mit der Frage, wie die neue Verwaltungsbehörde der mitteldeutschen Kirche, das Landeskirchenamt in Erfurt, auszusehen habe. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das Gebäude wird mit einer Solaranlage betrieben, das Dach ist begrünt, und die Toilette hat Brauchwasserspülung. »Ist das nicht pervers, dass wir unsere Toiletten mit klarem Trinkwasser spülen?«, fragt die Studentin.

Viel gelernt habe sie bei einem Forschungsaufenthalt in Südafrika. 2010 war sie dort,

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