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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2012
Das Christentum
Was wird, was bleibt?
Der Inhalt:

»An den T-Shirts klebt Blut«

von Eva-Maria Lerch vom 07.12.2012
Wer hat Schuld an der Brandkatastrophe in Bangladesch? Fragen an Gisela Burckhardt von der Kampagne für Saubere Kleidung

? In Bangladesch hat wieder eine Textilfabrik gebrannt, 112 Menschen kamen ums Leben. In dieser Firma werden T-Shirts und Jacken für den westlichen Markt hergestellt, auch für C&A und Kik. Tragen die Auftraggeber eine Mitschuld an der Katastrophe?

! Ja, natürlich. Die Unternehmen sind verpflichtet, die Herstellungskette zu dokumentieren und haften für ihre Waren. Sie müssen auch zur Rechenschaft gezogen werden, wenn es immer wieder zu solch schrecklichen Katastrophen kommt.

? War die Tazreen Fashion Fabrik in Dhaka so schlecht gesichert?

! Nach Informationen unserer Partner war das Gebäude nur dreistöckig genehmigt, de facto aber neun Stockwerke hoch. Es gab keine Feuerleitern, die Zufahrt war so eng, dass die Feuerwehr nicht herankam. Kik behauptet offiziell, dass seine Textilien aus zertifizierten Unternehmen stammen. Aber wie man hier sieht, sind diese Zertifizierungen alles andere als ausreichend.

? Unter welchen Bedingungen werden die billigen Textilien in Asien produziert?

! Marode Gebäude, in denen Elektrokabel ungeschützt von der Decke hängen. Arbeiterinnen, die schikaniert, an den Haaren gezogen und geschubst werden. Wer versucht, sich gewerkschaftlich zu organisieren, wird entlassen. Überstunden bis tief in die Nacht, Arbeitswochen von sieben Tagen. Der Brand geschah an einem späten Samstagabend, bei laufender Produktion.

? Was verdienen die Arbeiterinnen?

! Eine ungelernte Arbeiterin in Bangladesch verdient etwa 3000 Taka im Monat, das sind rund 28 Euro. Ausgebildete Näherinnen bekommen bis zu 45 Euro. Die Frauen müssen so viele Überstunden machen, damit sie nicht verhungern.

? Was könnten Firmen, die ihre Ware in Asien produzieren lassen, daran ändern?

! Ein erster wichtiger Schritt ist die Bekämpfung des Brandrisikos. Tchibo und PVH (der Eigentümer von Tommy Hilfiger und Calvin Klein)haben zusammen mit Gewerkschaft

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