Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2011
China global
Eine kapitalistische Diktatur erobert die Welt
Der Inhalt:

Wenn’s vom Kirchturm funkt

von Werner Thiede vom 04.05.2012
Die Gefahren des Mobilfunks werden verharmlost – und die Kirchen schweigen. Einspruch eines Pfarrers

Smartphones oder andere Mobilfunk-Geräte faszinieren – und verführen dazu, die möglichen Gefahren bei der Nutzung des energiefressenden Mobilfunks zu verdrängen. Rund eine Milliarde Menschen weltweit werden zum Jahresende das »mobile« Breitband nutzen: Sie funken mittels hochfrequent strahlender Mikrowellen-Technologie. In unserer Gesellschaft ist die Tabuisierung oder Verharmlosung gesundheitlicher Risiken durch Mobilfunk-Strahlung weit verbreitet, zumal sie von maßgeblichen Instanzen unterstützt wird. Und auch die Kirchen schweigen dazu.

Kürzlich betonte der Mediziner und Hochschullehrer Franz Adlkofer, Mitautor der neuen Broschüre »Strahlenschutz im Widerspruch zur Wissenschaft«: »Die Praktiken institutioneller Korruption im Bereich drahtloser Kommunikation sind sehr besorgniserregend, wenn man das noch ungewisse Ergebnis der fortdauernden Feldstudie mit fünf Milliarden Teilnehmern berücksichtigt.«

Von kirchlicher Seite haben kritische Stimmen zu den Gefahren des Mobilfunks und der neuen Breitbandtechnologie (LTE) bislang Seltenheitswert. Dabei haben jüngst zwei wichtige öffentliche Instanzen endlich deutliche Warnungen ausgesprochen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte nach einem Studien-Vergleich Handy-Telefonate als »möglicherweise krebserregend« ein. Und der Ständige Ausschuss des Europarates forderte eine Kurskorrektur in der Mobilfunk-Politik: »Man sollte das Vorsorgeprinzip respektieren und die aktuell bestehenden Grenzwerte überarbeiten.« Dieser Forderung hat im September eine erste Stadt entsprochen: Der Stadtrat von Varades in Frankreich entschied einmütig, die Antennenleistung aller Sendeanlagen bis zu einer maximalen Feldstärke von 0,6 Volt pro Meter herunterfahren zu lassen. Der gesetzliche französische wie auch der deutsche Grenzwert für den als dritte Mobilfunkgeneration bezeichneten UMTS-Standard liegt bei 61 Volt pro Meter.

Angesichts dieser Warnungen ist es unverständlich, dass noch immer Mobilfunk-Sendeanlagen auf Kirchtürmen installiert sind und die Gegend bestrahlen. Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hat schon vor zehn Jahren den Gemeinden empfohlen, was auch auf katholischer Seite in einigen Bistümern klar geraten oder gehandhabt wird: Zurückhaltung bis Verzicht hinsichtlich der Installation von Sendemasten auf kirchlic

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen