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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2019
Die Zerreißprobe
Die Theologen Nikolaus Schneider und Dietmar Mieth hatten eine klare Haltung ...
Der Inhalt:

Stichwort: Wenn die Moral stört

von Norbert Copray vom 22.11.2019
Weltethisch denken und handeln

Boris Palmer
Erst die Fakten, dann
die Moral
Warum Politik mit der Wirklichkeit beginnen muss. Siedler. 240 Seiten. 20 €

Michael Roth
Warum wir Moralapostel nicht mögen und das Moralisieren verabscheuen
Zur Lebensferne der Ethik. Kohlhammer. 132 Seiten. 18 €

Michael Roth
Nichts als Illusion?
Zur Realität der Moral. Kohlhammer. 138 Seiten. 19 €

Bernd Stegemann
Die Moralfalle
Für eine Befreiung linker Politik. Matthes & Seitz.
206 Seiten. 18 €

Michael Kopatz
Schluss mit der Öko-Moral
Wie wir die Welt retten, ohne ständig daran zu denken. Oekom/Wuppertal-Institut. 240 Seiten. 20 €

Ulrich Hemel (Hg.)
Weltethos für das
21. Jahrhundert
Herder. 266 Seiten. 25 €

Hätte Boris Palmer, grüner und streitbarer Oberbürgermeister im schwäbischen Tübingen, vor seinem Buch »Erst die Fakten, dann die Moral« das Buch »Warum wir Moralapostel nicht mögen und das Moralisieren verabscheuen« von Michael Roth gelesen, dann hätte er darin Folgendes erfahren: »Eine ethische Beschreibung einer Situation, die sich davon löst, wie uns Situationen in unserer ethischen Wahrnehmung gegeben sind, und eine rein neutrale Beschreibungsweise anstrebt, entspricht einem ›Irrtum deplatzierter Korrektheit‹.« Reine Fakten gibt es nicht; es gibt sie nur sprachlich gedeutet, gewertet, in einem moralischen Horizont verortet. In Palmers Buch ist dennoch vieles zutreffend. Er bemüht sich etwa zu den Themen Luftreinhaltung, Windenergie, Wasserschutz, Sicherheit, Klima um Position, Gegenposition und Lösung. Doch seine Absicht, den moralischen Filter in unserer Wahrnehmung abzustreifen, geht zu weit.

Sicher: Moralisieren ist nervig, überheblich, störend. Das zeigt Michael Roth, Professor für Systematische Theologie und Sozialethik an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, in seinem Buch hervorragend. Er liefert gute Einsichten in die »Spannung zwischen lebensweltlicher Orientierung und ethischen Reflexionen« wie auch zur Begründung der »theologischen Ethik als Teil des allgemeinen ethischen Diskurses«. Seine gut verständlichen Ausführungen setzen sich in seinem

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