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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2018
Gott, mein Therapeut
Religion stärkt. Aber warum?
Der Inhalt:

Die Würde des Schweins

Ferkel werden weiter ohne Betäubung kastriert. Schluss mit den Ausreden!

Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren, hätte mit Ablauf des Jahres verboten werden sollen. Es war lange genug angekündigt, doch dann verschob die Regierungskoalition die Frist um weitere zwei Jahre. Neugeborenen Ferkeln werden die Hoden hauptsächlich aus dem Grund abgeschnitten, damit ihr Fleisch später nicht so streng nach Eber schmeckt. Es gibt Alternativen: Narkose und Schmerzmittel mindern das Leid, eine Impfung gegen das Eber-Hormon könnte die Kastration überflüssig machen. Doch auf den Kosten wollen weder Züchter, Mäster, Handel noch Konsument sitzen bleiben. Letzterer ist jedenfalls empört. Er will kein schlechtes Gewissen haben, wenn er Fleisch isst. Deshalb drängt er auf »artgerechte Haltung«. Doch die ist so gut wie immer Augenwischerei. Selbst wenn das Verbot endlich durchkommt: Die allermeisten Ferkel werden ein elendes Dasein fristen. Jede Leidverminderung ist gut und zu fördern. Sie ändert aber nichts daran, dass Tiere in ein System gepresst werden, das nicht ihren Interessen dient. Unter diesen Umständen ist es ethisch kaum vertretbar, überhaupt Tierprodukte zu konsumieren. Aber das lässt sich keiner gerne sagen. Stattdessen werden Veganer als moralisierende Spinner verspottet. Das rumorende Gefühl, dass Schweinswürstl kein Menschenrecht sind, wird abgespalten. Sätze wie »Das sind doch nur Tiere« errichteten eine Mauer, um nicht wahrzunehmen, was diese erleiden. »In jedem Geschöpf wohnt Gottes lebensspendender Geist, der uns in eine Beziehung zu ihm ruft«, schrieb Papst Franziskus. Reinhard Mey sang: »Die Würde des Schweins ist unantastbar.« Der Weg dorthin ist durch den Beschluss der Regierung weiter geworden. Hoffentlich empört er viele so sehr, dass sie aus dem Schweinesystem aussteigen. Sie haben immerhin die Wahl.

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