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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2018
Gott, mein Therapeut
Religion stärkt. Aber warum?
Der Inhalt:

Der »Wind of Change« frischt auf

von Nettie Hendricks vom 23.11.2018
Geht Trump aus den midterm-elections gestärkt oder geschwächt hervor? Was die Zwischenwahlen in den USA für das Land bedeuten

Die Zwischenwahlen in den USA wurden von vielen Amerikanern als die wohl wichtigsten Wahlen ihres Lebens wahrgenommen. Klar war: Die Wähler stimmen über die Politik Donald Trumps ab – und damit über den Kurs, den ihr Land einschlägt. Welches Amerika hat nun gewonnen? Jenes, das für Trumps Intoleranz, Frauenfeindlichkeit und brutale Rhetorik steht – oder die USA, die Fremde willkommen heißen, den Diskurs schätzen und für eine inklusive Demokratie streiten? Und welche Folgen hat das Ergebnis für die künftige amerikanische Politik?

Trotz einiger Enttäuschungen bedeutet der Gewinn von 36 Sitzen im Repräsentantenhaus für die Demokraten die größte »blaue Welle« seit der Zeit des Watergate-Skandals in den 1970er-Jahren. (Anm. d. Red.: Blau ist die Farbe der demokratischen Partei.) In einem Wahljahr, das die Republikaner begünstigte – schlicht weil in ihren Reihen weniger Abgeordnete aus dem Amt schieden und somit weniger »republikanische Sitze« zur Wahl standen als demokratische – kann das Ergebnis deshalb als klare Zurückweisung von Donald Trump und seinem Stil verstanden werden.

Allein die Tatsache, dass eine progressive Kandidatin wie Stacey Abrams, eine Afroamerikanerin, das Rennen um den Gouverneursposten im Bundesstaat Georgia beinahe gewann, ist für die Demokraten Grund zur Freude. Ebenso ermutigend ist das Referendum in Florida, das ehemaligen Strafgefangenen das Wahlrecht zuspricht. Es ist nur eines von mehreren Gesetzentwürfen im ganzen Land, das mehr Wählerinnen und Wählern Zugang zur Wahlurne verschafft. Das wird langfristig vor allem den Demokraten nützen.

Das Titelbild der Zeitschrift New Yorker vom 19. November fasst die gegenwärtige politische Lage in den USA treffend zusammen. Mit schwarz-weißem Federstrich hat der Cartoonist Barry Blitt einen Raum voller weißer, älterer Männer gezeichnet. Am Türrahmen steht eine Gruppe junger Frauen, die gerade die Tür aufgestoßen haben und nun lächelnd und voller Energie dastehen, bereit, die Schwelle zu überschreiten. Sie sind in Farbe gezeichnet. Wie unter einem Brennglas macht seine Zeichnung den Wandel deutlich, den die amerikanische Politik gerade erfährt: Eine Rekordzahl an Frauen, auch Schwarze und Kopftuchträgerinnen, wird im Januar ins Repräsentantenhaus einziehen. Allmählich wird die US-Regierung bunter und somit zu einem Spie

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