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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2017
Der große Schwund
Warum so viele Insekten und Vögel sterben
Der Inhalt:

Buch des Monats: Kultur in derGeschichte

von Norbert Copray vom 24.11.2017
Ein französisches Handbuch, jüngst übersetzt ins Deutsche, gibt einen weltläufigen Überblick

Florence Braunstein/Jean-François Pépin
1 Kilo Kultur
Das wichtigste Wissen von der Steinzeit bis heute. Unter Mitarbeit von Alexander Kluy. C. H. Beck Paperback 6266. 1296 Seiten. 28 €

Der Titel des Buches ist ziemlich flapsig gewählt und untertreibt auch noch. Immerhin ist der dicke Band genau 1,610 Kilogramm schwer. Aber »1 Kilo Kultur« und die Aufmachung erleichtern es, dass das Werk ins Auge fällt und gern angefasst wird. Eine Art geisteswissenschaftlicher all-inclusive Crashkurs zur vornehmlich europäischen Kulturgeschichte. Mit beachtlichen Passagen zur politischen Entwicklung. Dabei finden die Vor- und Frühgeschichte sowie die frühen Hochkulturen des Nahen und Mittleren Ostens in den ersten beiden Kapiteln statt, wobei im zweiten Kapitel seltsamerweise auch Asien, Mittelamerika und Afrika subsumiert sind.

Die Dozentin Florence Braunstein hat 25 Jahre lang Studium-generale-Kurse an großen Pariser Universitäten gegeben und bringt von daher eine besondere Sicht für die Notwendigkeiten und Möglichkeiten von Überblicksdarstellungen und Verknüpfungen mit. Jean-François Pépin lehrt als Professor für Geschichte, Ökonomie und Soziologie an verschiedenen Pariser Universitäten und setzt deutlich historische Längsschnitte durch die Epochen. Bisweilen bekommt Frankreich etwas mehr Seiten zugestanden, denn »1 kilo de culture générale« wurde 2014 in Paris veröffentlicht. Für die deutsche Ausgabe im Jahr 2017 hat der Journalist und Autor Alexander Kluy das Buch leicht gekürzt und für die deutsche Leserschaft bearbeitet. Das Werk ist verlagsseitig sehr schön gestaltet. Ein ausführliches Namensregister wie auch ein gut gegliedertes Inhaltsverzeichnis machen es zum Handbuch.

Gleichwohl mag man sich fragen, was im Internetzeitalter ein solches Werk noch leisten kann. Wer sich auf wenigen Seiten eingelesen hat, wird die Frage nicht mehr stellen. Denn wer will 1200 Seiten auf einem Bildschirm lesen? Wer will die bibliophile Haptik dieses Buches bestreiten, die auch zum Lesen verführt? Manchmal irritiert, dass beispielsweise die Kreuzzüge nicht leicht zu entdecken sind: Hier hätte ein Sachregister weitergeholfen. Wenn plötzlich Heinrich Brüning im Abschnitt »Das nationalsozialistische Deutschland« auftaucht, werden sich vermutlich viele fragen, welche Funktion er hatte. Die Angabe »Reichskanzler in der Weimarer Republik« fehlt. Aber

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