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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2017
Der große Schwund
Warum so viele Insekten und Vögel sterben
Der Inhalt:

Stichwort: Die Kraft des Anfangs

von Norbert Copray vom 24.11.2017
Was geschah, als das Christentum das Gegenteil einer Leitkultur war?

Renate Wind
Christsein im Imperium
Jesusnachfolge als Vision einer anderen Welt. Gütersloher Verlagshaus. 208 Seiten. 19,99 €

Franz Dünzl
Fremd in dieser Welt?
Das frühe Christentum zwischen Weltdistanz und Weltverantwortung. Herder. 542 Seiten. 39,99 €

Peter Brown
Der Schatz im Himmel
Der Aufstieg des Christentums und der Untergang des römischen Weltreichs. Klett-Cotta. 957 Seiten. 42 €

Udo Schnelle
Die ersten 100 Jahre des Christentums
30-130 n. Chr. V+R/UTB. 590 Seiten. 29,99 €

Annette Großbongardt/
Johannes Saltzwedel (Hg.)
Die Bibel
Das mächtigste Buch der Welt. DVA/Spiegel. 287 Seiten. 19,99 €

Peter Schäfer
Zwei Götter im Himmel
Gottesvorstellungen in der jüdischen Antike. C. H. Beck. 200 Seiten. 24,95 €

Zuerst war das Christentum eine Kontrastkultur zur damals herrschenden Leitkultur des römischen Imperiums. Die Titulierung Jesu als »Herr« durch seine Anhänger war herrschaftskritisch gegen den römischen Kaiser gemeint. So bringt es Renate Wind, die bis 2015 Professorin für Biblische Theologie und Kirchengeschichte war, prägnant auf den Punkt. In ihrem Buch »Christsein im Imperium« zeigt sie eingehend, wie die »Jesusnachfolge als Vision einer anderen Welt« verstanden worden ist und auch heute zu verstehen wäre. Denn: Eine andere Welt ist möglich – eine, die das radikale Gegenteil zur Welt der Herrscher, Sklavenhalter und Besitzgierigen ist.

Anfänglich ist die christliche Bewegung eine innerjüdische Sekte, die weltfremd und isoliert agiert. Um von dem Verdacht, eine romkritische Gruppierung zu sein, abzulenken, werden christenkritische Juden als Antagonisten Jesu in den Vordergrund geschoben und erklärt: »Unsere Heimat ist im Himmel« (Phil. 3, 20). Der Glaube an den direkt bevorstehenden Weltuntergang und das Weltgericht begründet Bildungs- und Weisheitskritik sowie die Absage an jeglichen Reichtum.

Das ändert sich in den ersten drei Jahrhunderten deutlich. Wie Franz Dünzl, Würzburger Professor für Kirchengeschichte des Altertums, in seinem profunden Band »Fremd in dieser Welt?« kenntnisreich darlegt

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