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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2017
Der große Schwund
Warum so viele Insekten und Vögel sterben
Der Inhalt:

»Ich spüre einen neuen Geist«

Fünf Fragen an die Umweltaktivistin Inken Behrmann vom Bündnis »Ende Gelände«

Publik-Forum: Frau Behrmann, was steckt hinter der Kampagne »Ende Gelände«, und warum haben Sie Anfang November an der Blockade des Braunkohletagebaus teilgenommen?

Inken Behrmann: Das Bündnis »Ende Gelände« fordert den sofortigen Kohleausstieg. Wir kämpfen mit verschiedenen Aktionen für Klimagerechtigkeit. Am 5. November, zum Auftakt der Klimakonferenz in Bonn, haben wir den Tagebau Hambach stillgelegt. Wir haben mehrere Bagger und das Förderband gestoppt. Rund dreitausend Menschen waren dabei – es war unsere bisher größte Massenaktion des zivilen Ungehorsams.

Warum ist das nötig?

Behrmann: Das Rheinische Braunkohlerevier ist für fast ein Drittel der CO2-Emissionen in Nordrhein-Westfalen verantwortlich. Während sie in Bonn bei der UN-Klimakonferenz über die Umsetzung des Pariser Abkommens debattieren, wird im Kohlerevier nur fünfzig Kilometer entfernt täglich das Klima verheizt. Da ist es gut, dass die Pacific Climate Warriors, Aktivisten aus dem Südpazifik, in einer Zeremonie deutlich gemacht haben, dass sie aufgrund des Meeresspiegelanstiegs ihr Zuhause verlieren. Gemeinsam haben wir die Tür zu einer gerechteren Welt einen Spalt aufgestoßen und mit Blockaden die Kohleverstromung gestoppt.

Was sind die Alternativen zu einer Wirtschaft, die auf fossiler Energie beruht?

Behrmann: Die Energieversorgung ist die materielle Basis unserer Gesellschaft. Energiekonzerne dürften nicht so systemrelevant sein, dass sie einfach bestimmen können, wie die Energieproduktion läuft. Genau das geschieht aber derzeit: Vier Energieriesen stellen ihre Profite vor Menschen und Klima. Wenn wir die Energieversorgung klimagerecht gestalten wollen, muss sie auch wirklich uns gehören. Dazu gibt es Ansätze von Genossenschaften, Ökodörfern oder kommunalen Stadtwerken, die sich weiterentwickeln müssen. Gleichzeitig braucht es gerechte Übergänge für die rund 20 000 Menschen, die noch in der Kohleindustrie beschäftigt sind. Das wurde von der Politik komplett verschlafen und muss einhergehen mit einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Sektor der erneuerbaren Energien.

Sie engagieren sich auch aus christlicher Motivation heraus. Welche Bedeutung hat der Glaube in Ihrem Einsatz für Klimagerechtigkeit?

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