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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2017
Der große Schwund
Warum so viele Insekten und Vögel sterben
Der Inhalt:

Vorgespräch: Arien im Wohnzimmer

Die Opernsängerin Moon Suk und ihr Mann laden in ihre Berliner Wohnung zu einem kulturell-musikalischen Salon. Was steckt dahinter?

Publik-Forum: Frau Suk, einmal im Monat laden Sie Fremde zu sich nach Hause ein. Was erwartet die Besucher?

Moon Suk: Hervorragende klassische Musik, selbst gekochte Speisen, exzellente Weine und eine schöne Atmosphäre. Viele »Wow-Momente«, das ist mein Anspruch. Unsere Gäste freuen sich auch an den Gemälden in unserer Beletage-Wohnung, an deren Farbenpracht und den kuscheligen Ecken. Jeder findet seinen Lieblingsplatz, ob auf dem Sofa oder in der Bibliothek.

Erklären Sie uns, was Maultaschen mit Ihrem Salon zu tun haben!

Suk: Nach jedem Konzert gibt es ein schwäbisch-koreanisches Büffet. Mein Lebensgefährte ist Schwabe. Maultaschen sind aber nicht nur deutsch: In meiner Heimat Korea ist das eine Spezialität, aus Reisteig und mit viel Gemüse. Ich bereite für das Dinner etwa zwanzig verschiedene Speisen vor: Glasnudeln, Salate, in Sojasauce mariniertes Rindfleisch … Der Großteil ist vegetarisch. Den Tag vor dem Salon verbringe ich mit Kochen, und direkt nach dem Konzert verschwinde ich auch sofort in der Küche, bevor ich die Zeit mit den Gästen genieße. Mein Mann und meine erwachsenen Söhne helfen mit.

Wie kamen Sie auf die Idee des Salons?

Suk: Die Wohnung ist für zwei viel zu groß. Und alles, was man kreativ produziert, sollte man doch teilen. Ich finde es herrlich, wenn nach einem Konzert nicht jeder nach Hause geht, sondern alle an einer langen Tafel sitzen, sich austauschen. So kann man ganz unbefangen und entspannt die anderen Gäste kennenlernen. Darunter ist auch mal der Schriftsteller Wladimir Kaminer.

Die Salonkultur re