Das Drama um die Berliner Kathedrale
Die Berliner Hedwigskathedrale wird nicht nur saniert, sondern im Innenraum komplett umgestaltet. Damit verschwindet auch die 1963 von dem Architekten Hans Schwippert (1899-1973) angelegte kühne Bodenöffnung zur Unterkirche. Schwippert durchbrach sinnfällig den Neoklassizismus der Nazizeit und schuf mit einem stockwerkübergreifenden Altarpfeiler einen der ganz wenigen Kirchenräume mit einer vertikalen Achse. Der Kunsthistoriker Peter B. Steiner würdigte in Christ in der Gegenwart Sankt Hedwig als einen prophetischen Bau, der bereits vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil dessen Geist auf qualitätsvolle Weise umgesetzt habe. Dass ein westdeutscher Architekt in der damaligen »Hauptstadt der DDR« den Innenraum einer Bischofskirche gestalten konnte, wurde von vielen Christen damals als Symbol der Einheit wertgeschätzt.
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