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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2015
Der Inhalt:

Duell um das Klima

von Bernhard Pötter vom 20.11.2015
Vor dem Klimagipfel in Paris: Wer für welche Ziele unter welchen Bedingungen streitet und was dies für die Welt bedeutet

Beide sind international angesehene Wissenschaftler, beide warnen Politiker und Unternehmen vor dem Klimawandel, beide arbeiten am gleichen Forschungsinstitut. Aber bei den Aussichten für die entscheidende Klimakonferenz in Paris liegen Hans Joachim Schellnhuber und Ottmar Edenhofer weit auseinander. Schellnhuber, Physiker und Chef des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), ist optimistisch: »Wenn die bisherigen Klimapläne der Regierungen umgesetzt werden, ist das der Anfang vom Ende der fossilen Brennstoffe.« Edenhofer, Ökonom und Vizechef des PIK, widerspricht: »Ohne einen weltweiten Preis auf Kohlendioxid, der in Paris nicht einmal zur Debatte steht, kann die Konferenz nicht erfolgreich sein.«

Mit Blick auf die 21. Klimakonferenz in Paris gibt es gute Gründe für beides: Optimismus und Pessimismus. Noch nie war eine Klimakonferenz »so gut vorbereitet«, wie die französische Umweltministerin Segolène Royal sagt. Noch nie waren der Druck von außen so groß und so viele Akteure bereit für einen Vertrag.

Aber niemals zuvor seit Menschengedenken war die Erde heißer, die Konzentration des Klimagases Kohlendioxid größer und der Kampf um die Ressourcen härter als im Jahr 2015. Dieses Jahr wird das wärmste Jahr der Geschichte. Das Eis der Arktis schmilzt seit Jahren, Teile der Antarktis sind bereits Wasser, die Meeresspiegel werden bis 2100 wohl um einen Meter ansteigen. Forscher finden Hinweise, dass die Flüchtlingsströme nach Europa nur ein Vorgeschmack auf Millionen von Klimaflüchtlingen sein werden.

Vorreiter gegen Bremser

In dieser Lage kommen die Delegationen von knapp 200 Staaten vom 30. November bis zum 11. Dezember in Paris zusammen, um endlich einen internationalen Klimavertrag zu schließen. Der soll ab 2020 gelten und alle Länder zum Klimaschutz je nach ihren Fähigkeiten verpflichten. Die Länder, so viel geht aus dem Vertragstext bereits hervor, werden beschließen, dass der Klimawandel bis 2100 die mittlere Temperatur nicht um mehr als zwei Grad Celsius überschreiten darf. Aber die geplanten Maßnahmen reichen dazu nicht. »Nur wenn wir die fossilen Brennstoffe bis 2050 auslaufen lassen, bekommen wir die nötige Energie- und Emissionswende«, sagt Martin Kaiser von Greenpeace. Aber wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird diese Wende nicht im Vertrag von Paris ste

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