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Überall weiße Elefanten?

Entwicklungshilfe konserviert die Armut, behauptet der Film »Süßes Gift«. Und macht es sich damit zu einfach
von Tilman Vogt vom 23.11.2012
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Weiße Elefanten«, so nennt man in der Entwicklungspolitik sinnlose Investitionsruinen, die mithilfe von Geldern aus den reichen Ländern in der Dritten Welt errichtet wurden und nun ungenutzt vor sich hin gammeln. Folgt man dem nun in die Kinos gekommenen Dokumentarfilm »Süßes Gift – Hilfe als Geschäft«, gleicht Afrika einem Gehege voll solch eigentümlicher Dickhäuter, rührend umsorgt und konserviert von einer Armada von aus Europa eingeflogenen Zoowärtern. Ein gigantischer Stausee zur Stromgewinnung, für den 12 000 Dorfbewohner umgesiedelt wurden, um ihren Brei heute immer noch über dem Feuer erhitzen zu müssen; eine riesige Halle zur Tiefkühlung von Fangfisch, ohne Wasserzufuhr und Stromanschluss – anhand derlei unzweideutiger Beispiele unterfüttert der Regisseur Peter Heller die Grundthese seines Films: Wenn Afrika nach fünfzig Jahren Unabhängigkeit und rund 600 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe immer noch mit der Armut kämpft, könnte dann die Unterstützung aus dem reichen Norden nicht nur am Bedarf vorbeigehen, sondern auch für den Fortgang der Misere mitverantwortlich sein?

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