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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2011
Die Lust am Selberdenken
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 04.05.2012

Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, findet, dass Synagogenneubauten in den Medien »aufgebläht« würden. Dies sei ein Zeichen nach wie vor fehlender Normalität im Verhältnis zu den Juden in Deutschland. Verglichen mit Kirchen und Moscheen seien Synagogen zahlenmäßig eine »marginale Baugattung«.

Eugenio Zitelli, katholischer Priester und in Zeiten der Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983) Polizeiseelsorger, ist wegen Menschenrechtsverbrechen festgenommen worden. Dem 79-Jährigen wird vorgeworfen, an Folter und illegalen Festnahmen mitgewirkt zu haben. Ehemalige Folteropfer erklärten, Zitelli habe damals in Gesprächen »Folter als Teil des Krieges« gerechtfertigt. Während der Diktatur wurden mehr als 30 000 Menschen ermordet.

Wim Deetmann,Vorsitzender einer Untersuchungskommission, die in den Niederlanden sexuelle Missbrauchsvergehen durch katholische Priester aufarbeiten soll, hat mitgeteilt, dass die katholische Kirche die Opfer mit jeweils bis zu 25 000 Euro entschädigen wolle. In besonders schweren Fällen könne die Summe auf bis zu 100 000 Euro erhöht werden. Die Kirche habe einem entsprechenden Vorschlag der Kommission zugestimmt. Diese Regelung soll auch für juristisch verjährte Fälle gelten. Die Beträge entsprechen Schmerzensgeldzahlungen, die Gerichte in vergleichbaren Fällen den Opfern zugesprochen hatten.

Margot Käßmann,frühere Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat als neue Schirmherrin der bundesweiten Kampagne gegen Rüstungsexporte Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel die geplante Lieferung von 200 Kampfpanzern nach Saudi-Arabien angeprangert. Dies sei ein Skandal und ein »fatales Signal gegenüber den Freiheitsbewegungen in der arabischen Welt«, sagte die Theologin. Damit mache die Bundesregierung ihr Eintreten für Menschenrechte unglaubwürdig. Die Sprecherin des Aktionsbündnisses, die Generalsekretärin der katholische Friedensbewegung Pax Christi, Christine Hoffmann, forderte ein »wirkungsvolles Rüstungsexportgesetz«, um mehr Transparenz zu schaffen.

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