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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2011
Die Lust am Selberdenken
Der Inhalt:

Liebe Leserin, lieber Leser,

Reisen bildet, heißt es gemeinhin. Wenn man unterwegs dann noch die richtigen Leute trifft, können Reisen den eigenen Blick auf die Dinge für immer verändern. Dies erlebte unsere Kollegin Doris Weber, als sie Mitte der 1990er-Jahre in New York den Biochemiker und Gentechnik-Kritiker Erwin Chargaff besuchte. Den größten Eindruck hinterließ bei ihr nicht etwa das umfassende Fachwissen des damals bereits 90-jährigen Universalgelehrten, sondern dessen Misstrauen gegenüber Experten. Diese Kritik Chargaffs kam ihr immer wieder in den Sinn, als sie mehrere Wochen lang über die Abhängigkeit unserer Gesellschaft von Experten recherchierte. Deshalb will Doris Weber in ihrer Titelgeschichte vor allem Mut machen: zum Selberdenken (Seite 30).

Reisen gehören auch zum Leben des Physikers Sebastian Pflugbeil. Seit der Katastrophe von Tschernobyl will er genau wissen, welche Gefahren von der Atomkraft ausgehen. Er ist einer der wenigen Menschen, die den Sarkophag von Tschernobyl von innen inspizieren konnten. In der Elbmarsch nahm er Bodenproben, um die häufigen Fälle von Leukämie unter Kindern zu untersuchen. Vor Kurzem kam er von einer dreiwöchigen Reise nach Japan zurück, die ihn auch nach Fukushima führte. Als reisender Atomkritiker hätte Pflugbeil längst resigniert, würde er nicht überall mutige Menschen treffen, die Widerstand leisten gegen die Lügen vieler Experten. Seinen Reisebericht lesen Sie auf Seite 12.

Zu Widerständlern besonderer Art reiste auch unser Kollege Thomas Seiterich. Er fuhr nach Vorarlberg, in das westlichste Bundesland Österreichs, das als katholisch konservativ gilt. Doch Seiterich traf dort auf Pfarrer, die nicht auf Reformen durch die