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Kinder nicht erwünscht

Warum Flüchtlingsorganisationen jetzt Aktionen starten
von Bettina Röder vom 20.11.2009
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Nissrin Ali war 13 Jahre alt, als sie mit ihren Eltern nach Deutschland flüchtete. An ihre Ankunft erinnert sich das Mädchen aus Syrien genau. »Wir waren erleichtert, als wir endlich ankamen. Wir dachten: Wir sind in einem freien Land in Sicherheit.« Doch weit gefehlt. Der Traum von einer eigenen kleinen Wohnung oder der Chance auf Arbeit für den Papa zerplatzte wie eine Seifenblase. Denn der Asylantrag der Familie wurde abgelehnt. Das heißt, sie sind in Deutschland lediglich »geduldet«. Seit sechs Jahren lebt Nissrin nun schon im Lager, acht Menschen teilen sich eine Toilette hier. Die junge Frau darf keine Ausbildung beginnen, die Eltern bekommen keine Arbeit. Das Land Bayern dürfen sie nur mit besonderer Erlaubnis verlassen. Für abgelehnte Asylbewerber besteht die sogenannte Residenzpflicht. Hinzu kommt die ständige Angst vor der Abschiebung. Die Frage, ob Ausländer und Ausländerinnen Integration wollen oder nicht, ist da weltfremd. Geduldete Asylbewerber – knapp 100 000 gibt es deutschlandweit, davon 30 000 Kinder – haben gar nicht die Chance dazu.

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