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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2019
Die Waffen nieder!
Pazifismus in kriegerischen Zeiten. Wie sich Sicherheitspolitik neu denken lässt
Der Inhalt:

Leserbriefe

vom 08.11.2019

Gandhi und Bergpredigt

Zu: »Abschied von Gandhi« (19/19, Seite 12-17)

Die kurze Beschreibung von Gandhis Leben und Denken ist ebenso prägnant wie aufschlussreich und lesenswert. Zwei Sätze, zwei Gedanken greife ich heraus: »Mit den Schriften des Alten Testaments kann er wenig anfangen.« Hat er damit nicht einfach recht? Geht es uns heute nicht genauso, denken wir nicht, dass Legenden und Stammesgeschichten zu »Gottes Wort« erklärt wurden? »Er stimmte allerdings nicht dem christlichen Bekenntnis zu, Jesus als Sohn Gottes zu verstehen, diese Vorstellung müsste auf alle Menschen als Kinder Gottes bezogen werden.« Hat Gandhi nicht auch da recht? Heute würde er mit diesem Gedanken doch wohl mehr Zustimmung als Widerspruch finden. Vielleicht fänden ja die Kirchen noch mal eine Zukunft, wenn sie sich von ihren unglaublichen »Glaubensbekenntnissen« (er-)lösen könnten? Bergpredigt statt Dogmen und Katechismen! Das hat Gandhi erkannt und praktiziert. Julius Fröscher, Biberach

Tradition und Theologie

Zu: »Jetzt wäre Mut gefragt« (19/19, Seite 28-30)

Danken möchte ich Ihnen für das Interview mit Michael Seewald. Er spricht aus, was heute notwendig wäre, um die Kirche ein Stück aus der Krise herauszuführen. Er macht deutlich: Die katholische Kirche könnte viel beweglicher sein. Einige Dogmen könnte man vergleichgültigen oder vergessen. Der junge Theologe von der Universität Münster meint nicht, dass die Kirche dem sogenannten Zeitgeist huldigen sollte. Viel wäre schon gewonnen, wenn man – anstelle von der Macht – den selbstlosen Dienst favorisieren würde. Es sollte darum gehen, dass das Evangelium eine zeitgenössische Glaubwürdigkeit erlangt. Es ist mir auch als Pfarrer wichtig, die tradierten Texte so zu verheutigen, dass denkende Menschen sie verstehen und in ihr Leben übertragen können. Hilfreich und anregend ist, wie Seewald die Tradition versteht. »Tradition ist nicht einfach das, was immer schon war. Sie ist vielmehr das, was einer Gegenwart an der Vergangenheit als bedeutsam erscheint.« Und das ist zu jeder Zeit unterschiedlich. Dabei kann die Kirche durchaus sie selbst bleiben. Warum wird das so selten bedacht? Mich beflügeln diese klaren Stellungnahmen in

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