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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2019
Die Waffen nieder!
Pazifismus in kriegerischen Zeiten. Wie sich Sicherheitspolitik neu denken lässt
Der Inhalt:

»Ich hole Jugendliche in die Talkshow«

von Annette Lübbers vom 08.11.2019
Der Schüler Niklas Kastner aus Arnsberg veranstaltet Politik-Debatten – und überträgt sie live im Internet

Ob in den Talkshows bei Sandra Maischberger, ob in der Sendung »Hart, aber fair«: Nur ganz selten diskutieren dort Jugendliche mit. Dabei wird heute politisch über Themen entschieden, deren Auswirkungen wir Jugendlichen mehr zu spüren bekommen werden als die Generation, die heute die Entscheidungen trifft. Dies gilt nicht nur für das Klima. In Ordnung ist das nicht. Deshalb habe ich mein eigenes Format gegründet: »Die Jugend-Debatte«. Sie wird live im Internet gesendet – niemand muss befürchten, dass sein Kommentar herausgeschnitten wird.

Beim ersten Mal habe ich die Jugend-Debatte in einer leer stehenden Mietwohnung im Haus meiner Eltern veranstaltet, im April 2019. Drei Jugendliche, ein Berufsschullehrer und ich als Moderator nahmen teil. Das Equipment habe ich mir im Laufe der Jahre zugelegt, darunter einen leistungsstarken Rechner, drei Bildschirme und mehrere Funk-Mikrofone. Bei der ersten Sendung haben sich nur 42 Chat-Teilnehmer beteiligt. Das lag daran, dass viele Jugendliche zunächst sehr skeptisch waren und mein Projekt gleich wieder totredeten. Die Leiterin eines Arnsberger Gymnasiums – die später auch meine Schulleiterin wurde – war jedoch richtig begeistert. Deshalb durfte ich die zweite Talk-Sendung im Forum unserer Schule abhalten.

Es ging um das Thema »Streik der Jugend: Roter Alarm oder Blau-Macherei?« Auf dem Podium saßen Regierungspräsident Hans-Josef Vogel von der CDU, Verena Verspohl von den Grünen, Felix Werker von der SPD, unsere Schulleiterin sowie die Jugendlichen Anton Eickel und Elisa Besiri. Das war im Juni dieses Jahres. Eigentlich wollte ich noch Friedrich Merz dabeihaben, aber der sagte leider ab. Vertreter der AfD und der FDP wollten ebenfalls dabei sein, aber aus Platzgründen blieb für die beiden nur ein Sitz im Zuschauerbereich. Bei dieser zweiten Debatte war unser Team aus mittlerweile neun Personen schon viel besser vorbereitet: Wir hatten jeweils einen Ton- und Lichttechniker dabei und sogar einen Regisseur, der mir über ein Walkie-Talkie Hinweise gab. Mit dieser Ausstrahlung haben wir viele Interessierte – aktuell etwa 1400 – dazugewonnen.

Weitermachen will ich auf jeden Fall, und zwar so lange, wie es nicht nur viel Arbeit, sondern auch eine Menge Spaß macht. Vielleicht gibt es schon im Januar die nächste Veranstaltung. Ich finde es wichtig, dass junge Leute erleben: Wir haben eine Stimme und die wird von den Älteren

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