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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2019
Die Waffen nieder!
Pazifismus in kriegerischen Zeiten. Wie sich Sicherheitspolitik neu denken lässt
Der Inhalt:

Der mit dem Ohr

vom 08.11.2019

Ausstellung. Van Gogh? Das war doch dieses irre Malergenie, das sich das Ohr abgeschnitten hat? Das mit dem Ohr stimmt, vieles andere nicht. Vincent van Gogh war mitnichten der einsame, aus sich heraus arbeitende Künstler, der wie ein Irrer Farben auf Leinwände klatschte. Er komponierte seine Kunst durchdacht, war in der Kunstszene gut vernetzt und hätte seine Bilder auch gern zu Lebzeiten am Kunstmarkt verkauft – wenn sie denn jemand gewollt hätte. Allein: Die frühen Werke des Künstlers waren nicht besonders gut. Die große Ausstellung »Making van Gogh. Geschichten einer deutschen Liebe« erzählt in drei Kapiteln vom »Mythos van Gogh«. Wie kam es, dass van Gogh gerade in Deutschland so populär wurde? Die Ausstellung im Frankfurter Städel-Museum zeigt van Gogh als Schlüsselfigur für die Kunst der deutschen Avantgarde. Fünfzig zentralen Werken von Vincent van Gogh aus allen Schaffensphasen stehen siebzig Werke von deutschen Künstlerinnen und Künstlern gegenüber, auf die van Gogh großen Einfluss hatte: Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, Paula Modersohn-Becker oder Gabriele Münter. Vom »Bildnis des Dr. Gachet«, das dem Städel gehörte, bevor es die Nazis 1937 beschlagnahmten, ist in der Frankfurter Ausstellung nur der leere Originalrahmen zu sehen: als Selfie-Station.

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