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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2019
Die Waffen nieder!
Pazifismus in kriegerischen Zeiten. Wie sich Sicherheitspolitik neu denken lässt
Der Inhalt:

Ein fulminantes »Füchslein« im Hier und Jetzt

von Benjamin Künzel vom 08.11.2019

Oper. Leos Janaceks Oper »Das schlaue Füchslein«, jene Fabel vom ewigen Kreislauf der Natur, hat es schwer im Repertoire, weil man schnell Gefahr läuft, ein kindlich biederes Tiertreiben auf die Bühne zu stellen und dabei die Bissigkeit und Härte in Janaceks Text und Musik zu übersehen. Harmlos ist das Füchslein sicherlich nicht – es hat lichte, magische Momente, aber auch düstere Abgründe. Der Oper Frankfurt ist diese besondere Mischung hervorragend geglückt. Nachzuvollziehen ist das nun auf zwei CDs. Besonders Louise Alder fesselt mit ihrer ausdrucksstarken, schillernden Sopranstimme: Ihr »Füchslein Schlaukopf« lebt bedingungslos im Hier und Jetzt, mit jugendlichem Übermut und überwältigender Frische. Der Dirigent Johannes Debus hat an dieser Direktheit entscheidenden Anteil. Hier klingt nichts pathetisch. Selbst das schwelgerische Nacht-Zwischenspiel im ersten Akt verweigert sich wohltuend jeglicher Sentimentalität. Dafür blüht der Orchestersatz in seiner rhythmischen Prägnanz auf. Immer auf Transparenz und dynamische Finesse bedacht, drängt Debus unnachgiebig nach vorne. Das tut dem Werk gut. Die Zeit bleibt eben nicht stehen, das Leben geht weiter – in all seiner Härte und Schönheit. Lob auch für die vielen, starken Kindersolisten: Da könnten sich manche »Zauberflöten«-Sängerknaben an internationalen Häusern eine Scheibe abschneiden.

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