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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2017
Reformationsjubiläum: Was bleibt?
Ein Streitgespräch zwischen Thies Gundlach, Margot Käßmann und Dorothea Wendebourg
Der Inhalt:

Die Sonnenkönige der Welt

Wie Unterdrückung, Korruption und Diskriminierung zur Flucht beitragen

Unterdrückung und Korruption als Fluchtgrund? Auf den ersten Blick scheint das etwas weit hergeholt. Instabile staatliche Strukturen, einhergehend mit der Bevorzugung einzelner Ethnien und der Benachteiligung anderer Bevölkerungsgruppen, sind jedoch häufig Ausgangspunkt für Unruhen. Syrien ist ein Beispiel dafür: Die sunnitische Bevölkerungsmehrheit wurde vom alawitischen Herrscherclan um Baschar al-Assad lange an den Rand gedrängt. Ernteausfälle und Proteste gegen das Regime waren schließlich Auslöser für den blutigen Bürgerkrieg.

Diskriminierung

Viele Konflikte schwelen schon lange. Die Unterdrückung und Verfolgung der muslimischen Rohingya im buddhistisch geprägten Myanmar beispielsweise kam nicht über Nacht. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnte seit Jahren vor einer Eskalation des Konflikts – nur hörte keiner hin. Ob die Uiguren in China, die Sahrauis in der Westsahara oder die Mapuche in Chile: Rund eine Milliarde Menschen weltweit zählen in ihrem Heimatland zu einer Minderheit. Viele von ihnen werden politisch und gesellschaftlich ausgegrenzt, manche werden offen verfolgt. Für Europa ist es eine heikle Sache, Unterdrückung und Diskriminierung in anderen Teilen der Welt bekämpfen zu wollen. Denn das bedeutet einen Eingriff in die staatliche Souveränität eines Landes, und dieser wird oft als neue Form von Kolonialismus wahrgenommen.

Korruption

»Empirische Untersuchungen zeigen, dass Korruption die privaten und öffentlichen Investitionen reduziert, was wiederum das Bruttoinlandsprodukt senkt«, heißt es in einem Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft. Je