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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2017
Reformationsjubiläum: Was bleibt?
Ein Streitgespräch zwischen Thies Gundlach, Margot Käßmann und Dorothea Wendebourg
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 10.11.2017

Marianne Williamson
Du bist stärker als dein Schmerz
Trinity. 296 Seiten. 17,99 €

Im Klappentext wird die Autorin als eine der »fünfzig einflussreichsten Menschen unserer Generation« vorgestellt. Das sollte misstrauisch machen, insbesondere wenn das Buch in einem esoterisch ausgerichteten Kleinverlag erscheint. Dass die Skepsis berechtigt ist, zeigt sich spätestens dann, wenn behauptet wird, »spirituelle Heilung« garantiere Erlösung vom Schmerz. Oder dass uns »das Ego« leiden lassen und töten will, »das Universum« jedoch die Dinge zu ihrem »höchsten Wohl« führe und »Minderungen auf der materiellen Ebene« im »Reich der spirituellen Substanz« ausgleiche. Außer der Liebe sei alles nur Illusion – und Glücklichsein resultiere aus Entscheidung. Dabei beschreibt die US-amerikanische Bestsellerautorin durchaus die gesellschaftlichen Ursachen von Leid. Doch sie springt immer schnell zur »Erleuchtung« als Gegenmittel. Das wirkt schließlich nur noch spiritualistisch naiv und überlagert die lesenswerten Passagen – wie etwa zur Vergebung. Schade. Werner Eichinger

Noam Chomsky
Requiem für den amerikanischen Traum
Antje Kunstmann. 192 Seiten. 20 €

Noam Chomskys Buch zum gleichnamigen Film (Netflix 2015) ist ein fulminanter Galopp durch die sozialpolitische Geschichte der USA. Ein Abgesang auf den Mythos vom sozialen Aufstieg durch harte Arbeit. Chomsky – weltberühmter Linguist, Philosoph, Kapitalismuskritiker und Aktivist – sieht die amerikanische Demokratie von einer machtbesessenen Minderheit systematisch zerstört. Er diagnostiziert extreme, nie dagewesene soziale Ungleichheit. Den Niedergang der Gesellschaft beschreibt er anhand von »Zehn Prinzipien zur Konzentration von Reichtum und Macht«. Er untermauert seine Thesen mit einer Fülle historischer Quellen. Neben Trump werden auch die Vorgängerpräsidenten Obama, Clinton und Carter hart kritisiert. Hoch alarmiert zeigt sich Amerikas berühmtester Intellektueller auch angesichts der drohenden hausgemachten Doppelkatastrophe: Atomkrieg und Erderwärmung. Seine Hoffnung setzt Chomsky auf Aktivisten: »Sie haben die Rechte erkämpft, die wir heute genießen. Sie müssen sich auch in Zukunft engagieren. Wir können noch viele Siege erringen.« Barbara Jentzsch

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