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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2016
Gefährlicher Egoismus
Warum sich die Deutschen mit Gerechtigkeit so schwertun
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 04.11.2016

Christine Eichel
Deutschland, Lutherland
Blessing. 256 Seiten. 19,99 €

Auch wenn die Konfessionen heute an Bedeutung verloren haben – die Deutschen seien nach wie vor von der Reformation geprägt. Das ist die These der Publizistin Christine Eichel. Einflüsse der Reformation seien als »Hintergrundmusik« in bestimmten Grundhaltungen der Deutschen noch immer auszumachen: zum Beispiel im ausgeprägten Arbeitsethos, in der Spendenfreudigkeit, der breiten Musikkultur, der Verteidigung des Sozialstaates, aber auch in der rational begründeten Zurückhaltung bei der Gebärfreudigkeit und in einem gewissen Hang zur Sparsamkeit. Das flott geschriebene Buch beschreibt die Phänomene anschaulich, zeigt die reformatorischen Ursprünge auf, verschweigt aber auch nicht die problematischen Seiten des in der Gesellschaft verankerten »Alltagsprotestantismus«, etwa den Hang, andere in quasi missionarischer Weise »erziehen« zu wollen, oder auch die verbreitete Angst vor zu viel Emotionalität und Körperlichkeit. Hartmut Meesmann

Carlos Fraenkel
Mit Platon in Palästina
Hanser. 240 Seiten. 19,90 €

Carlos Fraenkel will die Philosophie aus dem Getto der Universitäten befreien. Deswegen ist der Professor, der auch Arabisch spricht, viel unterwegs: Er bietet Workshops für muslimische Studenten in Palästina und Indonesien an und arbeitet mit Schülern im armen Nordosten Brasiliens. Als religionskritischer Jude sucht er ferner den Dialog mit Ultraorthodoxen in Brooklyn. Thematisch geht es um die Aktualität klassischer philosophischer Texte, etwa von Aristoteles. Nur wer die philosophische Streitkultur liebt, so Fraenkel, kann sich als Mensch der größeren Wahrheit nähern. Er ist von den Werten der europäischen Aufklärung überzeugt, »aber immer mit dem Gedanken, dass wir uns vielleicht irren«. Das leicht zugängliche, lebendig geschriebene Buch zeigt die Notwendigkeit philosophischen Denkens inmitten der Konflikte unserer Zeit. Christian Modehn

Bettina von Clausewitz
Wer, wenn nicht wir!
Peter Hammer. 174 Seiten. 19,90 €

Bettina von Clausewitz stellt elf Weltverbesserer und Querdenker vor, die sich selbst nicht

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