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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2014
Heilende Tinte
Wie Schreiben befreit
Der Inhalt:

Die Quelle sprudelt nicht mehr

von Wunibald Müller vom 07.11.2014
Die katholische Kirche muss sich wieder an Jesus orientieren. Ein Zwischenruf

In einer Erzählung, die der Psychiater Carl Gustav Jung sehr liebte, ist die Rede vom Wasser des Lebens, das unablässig und ohne Anstrengung aus einem natürlichen Brunnen sprudelte. Die Menschen kamen von überall her, um von diesem Wasser, von dem sie spürten, dass es sie nährte, zu trinken, bis einige Personen meinten, einen Zaun um den Brunnen bauen, Eintrittsgeld verlangen und Vorschriften machen zu müssen, wer Zutritt zum Brunnen bekäme.

Das Wasser ärgerte sich so sehr darüber, dass es sich einen anderen Ort suchte. Die Leute, die den Zugang zum Brunnen kontrollierten, waren so beschäftigt mit ihren Vorschriften und Machtansprüchen, dass sie das gar nicht mitbekamen und fortfuhren, das Wasser zu verkaufen. Doch die Menschen merkten, dass die Quelle ihre ursprüngliche Kraft verloren h