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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2014
Heilende Tinte
Wie Schreiben befreit
Der Inhalt:

Zwischen Hoffnung und Skepsis

von Thomas Seiterich vom 07.11.2014
Die Familiensynode in Rom hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Änderungen erwarten aber alle

Zahlreich sind die Stimmen zur Außerordentlichen Familiensynode in Rom, auf der die Bischöfe lebhaft über die Kluft zwischen der kirchlichen Lehre und den modernen Lebensformen diskutierten (Publik-Forum 20/14). Im Herbst 2015 sollen dann auf einer Ordentlichen Familiensynode Beschlüsse gefasst werden. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus, wobei die Reaktion der Piusbrüder, dass die Synode »die Tür zur Hölle« geöffnet habe, vernachlässigt werden kann:

Das Netzwerk katholischer Lesben (NkaL) und die Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) werten den Abschlussbericht der Synode als »einen kleinen Schritt beim Aufholen des langjährigen Reformstaus«. NkaL-Sprecherin Monika Sabozin: »Vielleicht wird die Synode 2015 am Ende mehr Mut zeigen.« Positiv falle auf, »dass die früheren Verurteilungen fehlen«. Die relevanten Fragen, die Lesben und Schwule seit vierzig Jahren stellten, seien in der Synode angekommen, »doch dann knickt der Weg ab, wenn betont wird, dass homosexuelle Partnerschaften nicht mit der Ehe gleichgestellt werden können«.

HuK-Sprecher Markus Gutfleisch sagt: »Der Umgang mit den Homosexuellen ist der zentrale Konflikt der katholischen Kirche.« Die »vorsichtig angedeutete Integration von Lesben und Schwulen in den Gemeinden« könne nur erfolgreich sein, wenn Liebe und Sexualität in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften akzeptiert würden. Das von Papst Franziskus mit einer Umfrage verfügte Wahrnehmen der weltweiten Realität habe ja gerade den Anlass für diese Synode gegeben. Gutfleisch: »Lesben und Schwule stehen nicht als Bittsteller vor der Kirchentür. Die Kirche hat noch nicht erkannt, was sie gewinnt, wenn sie der Vielfalt in den eigenen Reihen Raum gibt.« Positiv seien Worte aus der Synode wie: »Jesus hat kein Gesetzbuch geschrieben, sondern Wege zum Leben gezeigt.« Oder: Die Kirche sei »nicht zum Verurteilen da, sondern dazu, Menschen zu begleiten und ihre Würde zu verteidigen«.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann rechnet mit baldigen Änderungen im kirchlichen Arbeitsrecht zugunsten von Homosexuellen und wiederverheirateten geschiedenen Katholiken. »Sie sollen nicht mehr um ihren kirchlichen Arbeitsplatz bangen müssen.« Er sei »zuversichtlich, dass wir da vorankommen«. Ackerma

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