Schlitzohriger Pazifist
»Du hast ein Sowjet-Denkmal und ein biblisches Symbol. Da kann ja eigentlich nicht viel schiefgehen«, hämmerte es im Kopf von Harald Bretschneider. Der damalige sächsische Landesjugendpfarrer saß am Steuer seines grauen Wartburg. Im Anhänger hatte er an diesem windigen Herbsttag im Jahr 1980 eine Last, die einerseits schwer auf seiner Seele lag, ihn andererseits innerlich jubeln ließ. Es ging immerhin um 120 000 Lesezeichen und Aufnäher auf großen Rollen Stoff. Sie waren dem scharfen Auge des DDR-Zensors entgangen. Denn sie waren in der traditionsreichen Druckerei Dürninger im idyllischen Herrnhut in der Oberlausitz auf einem Material gedruckt worden, das keine Druckgenehmigung brauchte, weil mit ihm Weihnachts- und Osterdecken veredelt wurden.
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