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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2012
Gefährlicher Reichtum
Warum wir eine gerechte Verteilung brauchen
Der Inhalt:

Feinkost ohne Gewissensbisse

von Knut Henkel vom 09.11.2012
Nachhaltige Projekte aufzubauen, ist mühsam. Ein deutsches Unternehmen geht voran

Viele Menschen können nicht verstehen, wie man Garnelen, auch Shrimps genannt, essen kann. Tatsache ist allerdings, dass die Nachfrage nach diesen Krustentieren in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Sie kommen aus Lateinamerika ebenso wie aus Asien. Doch die starke Nachfrage hat Folgen: Der rasante Ausbau der Garnelenzucht hat in vielen Ländern wertvolle Mangrovenwälder an den Küsten zerstört. Zudem werden die Tiere mit Antibiotika und Hormonen gepäppelt und in großen Massen gehalten. Seit vielen Jahren engagiert sich ein deutscher Anbieter für Garnelen aus nachhaltige Zucht in Costa Rica – und hat mittlerweile mehrere Preise für sein Engagement erhalten.

Bio-Garnelen.Frutas Marinas del Mar steht auf dem Schild ein paar Kilometer südlich des Strandbades Jaco. Weit im Süden der Pazifikküste Costa Ricas hat sich das Bio-Unternehmen von Randall Reyes Badilla angesiedelt. Heute guckt der Manager der Aqua-Farm ganz optimistisch auf den sechs Hektar großen Teich. »Hier wird heute geerntet«, erklärt René Diers und deutet auf die Schleuse, wo ein kleiner Kranwagen mit einem Netz steht. Der sportlich wirkende Mann Mitte dreißig ist der Manager der modernsten Garnelenfabrik Costa Ricas und kommt regelmäßig auf die Shrimpsfarmen. In ein paar Minuten wird das Wasser aus dem Teich gelassen, und einige Tonnen Garnelen werden in das Netz gespült. Er will sich ein Bild von der Qualität und dem Gewicht der schmackhaften Meeresfrüchte machen und auch die Bedingungen vor Ort in Augenschein nehmen. Zweimal im Jahr hat er dazu Gelegenheit. Sieben bis acht Gramm sind die Tiere heute im Schnitt schwer. Manager Reyes Badilla rechnet mit einem Fang von rund fünf Tonnen.

Begonnen hatte alles mit dem Fang von Wildgarnelen. Dafür wurden vier Fischkutter gekauft und mit modernsten Scherbrettern ausgestattet. Doch die Fangquoten gingen zurück, wofür es bisher noch keine schlüssige Erklärung gibt. Das Gros der Produktion kommt heute aus den Teichen von Frutas Marinas del Mar und anderen Unternehmen. Denen hat das deutsche Unternehmen Ristic aus Nürnberg mit Know-how und teilweise auch mit Geld bei der Umstellung geholfen. Aus den fünf Tonnen, die heute Morgen in dem Teich von Frutas Marinas del Mar geerntet wurden, werden bis zum Abend drei Tonnen gefrorene und geschälte Biogarnelen. Diese gehen nachts per Container nach

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