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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2021
Vergeben und vergessen
Was billige Gnade von echtem Verzeihen unterscheidet
Der Inhalt:

SPD-Wahlsieg
Scholz und die Philosophen

von Constantin Wissmann vom 22.10.2021
Der Wahlsieg von Olaf Scholz wird gern mit den Schwächen der Konkurrenz begründet. Dabei wird übersehen: Scholz hatte eine Strategie gefunden, verloren geglaubte Wähler an die SPD zu binden. Was steckt dahinter?
Mit »Respekt« die SPD wieder respektabel gemacht: Olaf Scholz. (Foto: PA/Photothek/Florian Gaertner)
Mit »Respekt« die SPD wieder respektabel gemacht: Olaf Scholz. (Foto: PA/Photothek/Florian Gaertner)
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Um sich noch einmal klarzumachen, wie sensationell der Sieg der SPD bei der Bundestagswahl war, helfen drei Zahlen: 15, 25 und 10. Noch Anfang August schien die gebeutelte SPD in den Umfragen auf Werte um die 15 Prozent festgenagelt. Am 26. September holte sie dann mehr als 25 Prozent – 10 Prozentpunkte mehr als nur eineinhalb Monate zuvor vorausgesagt waren. Natürlich sind Umfragen nie ganz genau und immer Momentaufnahmen, aber es sprach so gut wie nichts für einen SPD-Triumph. Klar, Kanzlerkandidat Olaf Scholz war bei der Bevölkerung beliebt. Unter Beobachtern und Analysten ging es jedoch eigentlich nur darum, ob es einen schwarzen Kanzler oder eine grüne Kanzlerin geben würde und ob sie die Hilfe der FDP dazu benötigte. Aber die SPD? Bitte! So oft hatte man die Sozialdemokratie in Deutschland schon für tot erklärt, d

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Herbert Reber
19.11.2021
»Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen«? – egal, ob August Bebel oder sonst wer das als »Bibelzitat« (2. Thessalonicherbrief 3,10) ausgibt, so stimmt es nicht. Und es ist gefährlich. Sind wir nicht dabei, die Zeit zu vergessen, in der Menschen mit Behinderung als »unnütze Esser« galten und ihr Dasein als »lebensunwertes Leben« abgeschrieben war? Der griechische Text der Briefstelle ist eindeutig und der Sinn im Zusammenhang klar. Luther-Bibel (2017) und Einheitsübersetzung (1980) geben ihn sachgemäß wieder. Es ist dieses einzige kleine Wort, das den Mehrwert des Zitats ausmacht: »Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.«
Heinz Stadelmann
19.11.2021
Wenn Olaf Scholz es ernst meint mit seinem »Respekt«, ist jetzt die Zeit gekommen für eine ernsthafte Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen auch in der SPD. Dazu fiel den SPD-Oberen bisher auf Nachfrage stereotyp nur »Stilllegungsprämie« ein, ähnlich war die Situation bei den Gewerkschaften. Im meritokratischen Grundkonsens waren sie sich einig mit Arbeitgebern und der kapitalistischen Leistungsgesellschaft insgesamt: das Leben muss man sich verdienen. Mit dem Segen von Karl Marx, August Bebel und (angeblich) der Bibel – »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen« – konnte man sich auch im »linken« Lager ernsthaftes Nachdenken über eine Idee ersparen, die zukunftweisend sein könnte für die soziale Frage in der nachindustriellen Gesellschaft.