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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2019
Sind wir noch zu retten?
Was in der Klimakrise hoffen lässt
Der Inhalt:

Sachbücher Buchbesprechungen

vom 25.10.2019

Ulrike Herrmann
Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen
Westend. 320 Seiten. 24 €

Deutsche Wirtschaftsgeschichte sei von Mythen geprägt. Bis heute führten sie politisches Handeln in die Irre. Denn was Deutsche stolz mache, empfänden europäische Nachbarn als falsch und selbstgerecht. Ihnen gibt Ulrike Herrmann, Wirtschaftskorrespondentin der Tageszeitung taz, recht und liest uns, ihren Landsleuten, schonungslos die Leviten. Die soziale Marktwirtschaft sei weder sozial noch zukunftsfähig, weil selbst ihr »grünes« Wachstum die Umwelt ruiniere. Allseits großes Vertrauen in eine unabhängige Notenbank, die mehrfach völlig losgelöst die Konjunktur abgewürgt habe, vermag sie nicht nachzuvollziehen. Ebenso wenig den trügerischen Glanz von Exportüberschüssen, würden sie doch mit einem schwachen Binnenmarkt erkauft. Löhne und Investitionen zu drosseln sowie Ausgaben zu kürzen gerate zu einem fatalen Sport. Denn mit Dumping könne die Mehrheit nur verlieren. Es schaffe Wohlstand für wenige anstatt für alle. Weshalb ein Rückbesinnen aufs Nationale mehr vom Falschen einfordere. Ernst Rommeney

Frank Richter
Gehört Sachsen noch zu Deutschland?
Ullstein. 126 Seiten. 15 €

Der Autor Frank Richter schildert seine »Erfahrungen in einer höchst fragilen Demokratie«, so der Untertitel. Am 8. Oktober 1989 sorgte er in Dresden dafür, dass der Dresdner Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer die Gruppe der 20 als erste oppositionelle Bewegung offiziell empfing. Richter, der sein Priesteramt 2005 aufgegeben hatte, wechselte später zur evangelischen Kirche. Er verließ 2017 die CDU und sitzt seit 2019 als Parteiloser über die Liste der SPD im sächsischen Landtag. Sprach Richter sich in der Vergangenheit für einen Dialog mit Andersdenkenden aus, etwa mit Pegida-Demonstranten, fällt der Tenor im neuen Büchlein anders aus. Zwar ist die Frage im Titel rein rhetorisch, doch zeigt er jetzt nicht mehr so viel Verständnis wie früher. Seine Kritik an rechten Tendenzen in Sachsen ist stärker denn je. Die Schelte richtet sich auch gegen Teile der CDU. Eckhard Jesse

Jörg Hübner
Christoph Blumhardt

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