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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2019
Sind wir noch zu retten?
Was in der Klimakrise hoffen lässt
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 25.10.2019

Heiner Wilmer, katholischer Bischof von Hildesheim und Vorsitzender der Kommission Justitia et Pax, hat die türkische Invasion in Syrien als »klaren Bruch des Völkerrechts« verurteilt. Die Türkei betreibe eine »systematische Politik gegen die kurdische Bevölkerung«, die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht sei »fadenscheinig«. Ähnlich äußerte sich Renke Brahms, der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er fordert die Bundesrepublik auf, nicht länger Waffen an das Nato-Mitglied Türkei zu liefern. »Es darf nicht sein, dass diese militärische Eskalation auch noch mit deutschen Waffen durchgeführt wird.«

Mahamadou Issoufou, Staatspräsident im Niger, sorgt sich angesichts des hohen Bevölkerungswachstums in seinem Land und in ganz Afrika. Dies sei eine existenzielle Gefahr für die Zukunft des Kontinents, sagte er dem Guardian. Derzeit strömten in Afrika jedes Jahr dreißig Millionen Menschen zusätzlich auf den Arbeitsmarkt. Im Niger liegt die Geburtenrate bei sechs Kindern pro Frau. Das führt der Präsident unter anderem auf ein falsches Islamverständnis zurück. Früher hätten Frauen erst mit 18 Jahren geheiratet, heute würden Mädchen bereits im Alter von 12 bis 13 Jahren schwanger. Dabei lehre der Koran Eigenverantwortlichkeit. »Der Islam sagt, dass man nur Kinder haben sollte, die man gut versorgen und großziehen kann.«

Richard Schröder, evangelischer Theologe und prominenter DDR-Bürgerrechtler, hat an die Rolle der Kirche bei der Friedlichen Revolution erinnert. Unter ihrem Dach sei es zu »wirksamen Gruppenbildungen« gekommen. »Demonstriert hätten die Menschen vielleicht auch, ohne dass die Kirche ihre Hand mit im Spiel gehabt hätte.« Den Einsatz für die Gewaltfreiheit dürften sich die Kirchen jedoch als »großes Verdienstkreuz an die Brust heften«. Auch heute sollten sich Christen politisch engagieren. Pfarrer, die an Demonstrationen teilnehmen, sollten aber ihre Dienstkleidung zu Hause lassen und als Bürger daran teilnehmen, »wenn sie von der Kirche nicht dorthin geschickt worden sind«.

Josef Hecken, Vorsitzender d

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