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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2019
Sind wir noch zu retten?
Was in der Klimakrise hoffen lässt
Der Inhalt:

Aufgefallen: Geigerin der Einheit

von Bettina Röder vom 25.10.2019
Die Musikerin Ji-Hae Park streitet für ein geeintes Korea. In Leipzig spielt sie zum Gedenken an die Friedliche Revolution

Diesen Traum hatte sie schon lange: Einmal im Leben wollte sie am 9. Oktober, dem Tag der Friedlichen Revolution, in der Leipziger Nikolaikirche ein Solokonzert auf ihrer Geige geben. Schließlich waren die Friedensgebete dort der Anfang einer gewaltlosen Bewegung, die vor dreißig Jahren die Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas zur Folge hatte.

Die Geigerin Ji-Hae Park stammt aus Südkorea – jenem Land, das bis heute vom Gelben Meer im Westen bis zum Japanischen Meer im Osten eine 248 Kilometer lange und hermetisch abgeschottete Grenze von Nordkorea trennt. »Die Menschen leiden nicht nur unter der Trennung, sie haben auch große Angst vor einem Krieg zwischen beiden Teilen unseres Landes«, sagt sie.

Neben ihrer Karriere als Geigerin hat die 34-Jährige ein Ziel: Sie sucht nach Verbündeten und will Menschen auf dem gesamten Globus dafür gewinnen, sich durch Gebet und politisches Engagement für die Überwindung der Teilung Koreas einzusetzen.

Politisch aktiv sein und Geige spielen – das geht bei ihr Hand in Hand. An einem bitterkalten Wintertag im Jahr 2018 spielte sie vor dem Zaun des Weißen Hauses in Washington Geige: für den Frieden in der Welt. Und nach großen Konzerten in der Carnegie Hall in New York oder der Hamburger Elbphilharmonie trat sie am 9. Oktober in der Leipziger Nikolaikirche auf.

Geboren ist die Künstlerin 1985 in Mainz als Kind christlicher Eltern. Die Mutter ist Musikerin, der Vater Professor für Genetik. Beide stammen aus Südkorea. Das Geigenspiel brachte ihr die Mutter bei, als sie noch sehr klein war, erzählt Ji-Hae Park. »Auf einer zweiunddreißigstel Geige, die so etwas wie mein Spielzeug war.« Weil die Eltern Wert auf ihre koreanischen Wurzeln legten, ging die Mutter mit der siebenjährigen Tochter zurück nach Südkorea. Dort sollte sie die Grundschule besuchen.

Im Alter von 14 Jahren kam sie zurück nach Deutschland, studierte neben der Schule Musik. In Karlsruhe legte sie ihr Examen ab und ging mit einem deutschen Stipendium nach Indiana in die USA. Bald trat sie in aller Welt auf und wurde als Sologeigerin mehrfach ausgezeichnet.

Musik für eine friedliche Welt ohne Mauern – das ist ihre Botschaft. Von den gut tausend Besuchern in der Nikolaikirche wurde sie mit Ovationen bejubelt. Am Schluss des Abends verneigt sich die zierliche Fr

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