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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2018
Mensch oder Profit
Woran die Pflege krankt. Und wie es besser geht
Der Inhalt:

Jenseits von Markt und Profit

von Wolfgang Kessler vom 26.10.2018
Was jetzt passieren muss: für Pflegebedürftige, Beschäftigte und Angehörige. Acht Forderungen

1. Mehr Personal

Die 13 000 zusätzlichen Stellen für Pflegekräfte, die die Regierung 2019 einrichten will, sind ein erster Schritt. Doch schon jetzt sind 40 000 Stellen offen. Um die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen zu stärken und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen zu verbessern, muss der Personalbestand in der stationären und in der ambulanten Pflege deutlich aufgestockt werden. Es braucht deshalb verbindliche Personalstandards für alle Einrichtungen (bezogen auf die Zahl der Pflegebedürftigen). Nur wenn diese eingehalten werden, sollten die Pflegeleistungen voll bezahlt werden.

2. Flächendeckende Tariflöhne

Beruflich Pflegende werden vielfach unter Tarif bezahlt und selbst die tarifliche Bezahlung liegt unter der in anderen Branchen. Ein erster Schritt zu einer gerechteren Bezahlung wäre es, wenn die Pflegekassen höhere Leistungen für jene Einrichtungen entrichten, in denen Tariflöhne gelten. In Hamburg geschieht dies. Unter bestimmten Bedingungen könnte die Politik Tariflöhne im Pflegebereich auch für allgemeinverbindlich erklären. Letztlich hängen grundlegende Verbesserungen jedoch auch davon ab, wie sehr sich die Beschäftigten gewerkschaftlich organisieren. Der höhere Organisationsgrad in Krankenhäusern hat dort zu starken Verbesserungen geführt.

3. Attraktive Arbeitsbedingungen

Mindestens so wichtig wie eine bessere Bezahlung sind vielen Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen. Vielen sind die psychischen und physischen Belastungen durch den Arbeitsdruck zu hoch. Sie wünschen sich mehr Zeit für die persönliche Betreuung der Pflegebedürftigen – und Schichtdienste, die ihren Anspruch auf Freizeit respektieren. Dazu braucht es mehr Personal, vor allem aber mehr Mitbestimmung über die Arbeitsbedingungen und weniger Bürokratie. Und nicht zuletzt geht es um eine Führungskultur, die unter schwierigen Bedingungen einen Geist ausstrahlt, der die Bedürfnisse aller Beteiligten in den Mittelpunkt rückt.

4. Pflegeausbildung aufwerten

Umfragen zeigen, dass das Image der Pflegeberufe unter jungen Leuten nicht sehr gut ist. Wenn mehr junge Leute, vor allem auch junge Männer, für ein berufliches Engagement in der Pflege gewonnen werden sollen, dann müssen die Vorteile der Pflegeberufe betont werden: ein erfüllender Dienst für an

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