Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2018
Mensch oder Profit
Woran die Pflege krankt. Und wie es besser geht
Der Inhalt:

»Da muss man kämpfen«

von Barbara Tambour vom 26.10.2018
Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung setzt sich mit Aktionen und politischer Arbeit für eine bessere Pflege ein

Rund hundert Pflegekräfte liegen auf dem Pflaster des Aalener Marktplatzes. Verwundert bleiben Passanten stehen, entdecken das Plakat »Die Pflege liegt am Boden«. Nach einigen Minuten stehen die Männer und Frauen wieder auf. Eingeladen zu diesem Flashmob hatte die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Das war im Jahr 2013 und eine der ersten publikumswirksamen Aktionen, die die KAB gemeinsam mit Pflegekräften in Baden-Württemberg veranstaltete, um auf Missstände in der Pflege aufmerksam zu machen. »Als Aktionsbewegung sind unsere Orte die Straßen und öffentlichen Plätze«, erläutert Maria Sinz, KAB-Sekretärin für Gesundheitspolitik in Aalen. »Das bleiben sie auch im digitalen Zeitalter, denn Erfahrungen werden mit Körper, Geist und Verstand gemacht.« Der Schwerpunkt der KAB-Arbeit ist nach Sinz’ Worten »Beteiligung und Selbstorganisation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer«.

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung ist ein Sozialverband, in dem bundesweit etwa 125 000 Männer und Frauen organisiert sind. Er setzt sich für die Gestaltung einer gerechten und solidarischen Gesellschaft ein, in der allen Menschen die gesellschaftliche Teilhabe und Teilnahme ermöglicht wird. In der Region um Aalen und Schwäbisch Gmünd liegt der Schwerpunkt bei der Pflege. Dort betreibt die KAB exemplarische Lobbyarbeit für Arbeitende in Pflegeheimen und bei ambulanten Diensten.

Dem Flashmob folgten Aktionen mit Rollstühlen und Pflegebetten. 2016 machten Pflegekräfte im Aalener Rathaus Qigong und forderten damit ein »Tempolimit für die Pflege«, gemeint ist weniger Zeitdruck für die Pflegenden. »Es sind kleine Aktionen, die wir da starten«, urteilt Sinz, »aber sie machen Spaß und mit ihnen können die in der Pflege Arbeitenden ihr Unbehagen über ihre Arbeitsbedingungen und über die Pflegesituation artikulieren und erleben, dass sie doch etwas tun können.«

Die Aktionen und eine Ausstellung zur Pflege, die bislang an vierzig Orten gezeigt wurde, sind der öffentlich sichtbare Teil. Regelmäßig treffen sich unter dem Dach der KAB in Aalen und Schwäbisch Gmünd Pflegekräfte zu Gesprächsrunden, dem sogenannten »Treffpunkt«. Sie reden über ihre Arbeitssituation, lesen Gesetzesentwürfe, diskutieren, wie Dienstpläne arbeitnehmerfreundlicher gestaltet werden können, und überlegen, wie ein Burn-out verhindert werden kann. Einmal im Jahr läd

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen