Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2018
Mensch oder Profit
Woran die Pflege krankt. Und wie es besser geht
Der Inhalt:

Heinz Missalla presente

von Thomas Seiterich vom 26.10.2018
Zum Tod des Friedenskämpfers, Theologen und langjährigen Herausgebers von Publik-Forum

Er war ein grundgütiger Mensch, ein hellwacher, sensibler Seelsorger – und zeitlebens ein zäher, gewaltfreier Friedenskämpfer: Heinz Missalla, der Mitbegründer und langjährige Herausgeber unserer Zeitschrift, ist am 3. Oktober im Alter von 92 Jahren friedlich zu Hause gestorben.

Publik-Forum verdankt ihm viel. Er hat nicht nur die theologische Ausrichtung unserer Zeitschrift maßgeblich mitgeprägt, sondern auch das Volontariatsprojekt der Leserinitiative Publik-Forum ideell und finanziell mitgetragen. Seine politischen und theologischen Anliegen werden weiter in der Redaktion präsent sein.

»Heinz Missalla war ein Mensch, der seine Umgebung durch seine bloße Anwesenheit von der heilsamen Wirkung der Gewaltfreiheit überzeugte«, erinnerte sich Joachim Garstecki, der langjährige Generalsekretär der deutschen Sektion der internationalen Friedensbewegung Pax Christi, bei der bewegenden Trauerfeier in Essen, zu der viele Vertreter kirchlicher Reformgruppen angereist waren. »Dass er über große Dinge zwischen Himmel und Erde in einfachen Worten und Bildern sprechen konnte, verdankte er seinem Vater, einem Bergmann. Es war stets zu spüren, dass er ganz hinter dem steht, was er sagt. Heinz Missalla sprach nicht nur zum Kopf, sondern immer auch zum Herz.«

Diese Gabe machte ihn als theologischen Lehrer im Fach Religionspädagogik an der Universität Essen so anregend und glaubwürdig für die Studierenden. Missalla vermochte, das Menschliche als Maß des Christlichen ins Zentrum zu rücken. Seine Theologie verzichtete auf jegliche systematisch-systemische Überhöhung. Sie war getrieben von der Leidenschaft eines Gottsuchers, der in dem autoritären Gebaren und den überhöhten Herrschaftsansprüchen der Kirche ein Haupthindernis für den Glauben erblickte. Gerade weil er als junger Mann das Blendwerk und die Diktatur der Nazis am eigenen Leib erlebt hatte, reagierte er allergisch auf Personenkult und Autoritätsgehabe in der Kirche der Nachkriegszeit. So verwundert es nicht, dass er mit wissenschaftlicher Akribie die Kriegspredigten der deutschen Bischöfe studierte und schonungslos über die Geisteshaltung etlicher katholischer Würdenträger aufklärte, die in der deutschen Nachkriegsgeschichte gerne in mildem Licht gesehen wurden. In diesem Zusammenhang zitierte er häufig das Gedicht »Schnee« von Marie-Luise

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen