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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2017
Neuer Mut in schweren Zeiten
Jüdische Gemeinden in Deutschland
Der Inhalt:

Lachen verbindet

von Ulrike Schnellbach vom 27.10.2017
Der syrische Filmemacher Firas Alshater wurde über Nacht zum Youtube-Star – weil er den Deutschen mit Scharfsinn und Humor den Spiegel vorhält

Humor hilft heilen, das sagt Deutschlands Kabarettistendoktor Eckhart von Hirschhausen. Dass Humor hilft, davon ist auch der Syrer Firas Alshater überzeugt. Es braucht eine Menge davon, um das Leben auszuhalten, die Grausamkeiten des syrischen Bürgerkriegs etwa, aber auch den Irrsinn deutscher Bürokratie. In seinen Youtube-Videos auf dem Kanal »Zukar« (»Zucker«) erzählt der 25-jährige Filmemacher aus Damaskus, der seit 2013 in Berlin lebt, von seiner ersten Heimat und hält seiner zweiten den Spiegel vor. Er tut das so witzig, zugespitzt und zugleich liebevoll, dass seine Internet-Fangemeinde immer weiter wächst. Jetzt hat er auch ein Buch geschrieben – »Ich komm auf Deutschland zu« – und tourt mit einer multimedialen Lesereise durchs Land.

Der Mann mit dem Rauschebart und dem Schalk im Nacken könnte große Säle füllen, aber in Freiburg tritt er in einem unscheinbaren Hinterhofraum auf. Laptop, Beamer, Mikro und ein paar Manuskripte, ziemlich improvisiert das Ganze. Alshater selbst wirkt so, als habe er eben erst einen Anruf bekommen und sei spontan rübergekommen, um ein bisschen zu erzählen. Schwarze Schlabberhose, rotes T-Shirt, vollkommen unprätentiös, ist er mit den rund hundert Zuhörern sofort auf Du und Du. »Wisst ihr, welchen Satz die Deutschen am häufigsten sagen?«, fragt er und macht eine Kunstpause. »›Sie sprechen aber gut Deutsch!‹ Ich sage dann immer: ›Sie aber auch!‹« Lachen. »Ehrlich: Wer von euch hat diesen Satz schon gesagt?«

Die deutsche Hälfte des Publikums hebt ertappt die Hand. »Und wer hat ihn schon gehört?« Jetzt melden sich die ausländischen Zuhörer. Mein syrischer Sitznachbar, dem Alter nach ein Student, und ich grinsen uns an; auch mein 14-jähriger Sohn amüsiert sich. Hier im Raum vollzieht sich gerade eine Verbrüderung, auf eine ganz leichte Art. Einheimische und Zugewanderte, Jung und Alt, vereint im Vergnügen. Nur die Moderatorin hat etwas verpasst und fragt Alshater: »Was müssen wir Deutschen tun, damit Integration gelingt?« Der kontert mit einer überraschend einfachen Antwort: »Gar nichts.« Das mit der Integration, meint der Berliner aus Syrien, »das wird schon klappen«. Es brauche einfach Zeit.

Firas Alshaters eigene Geschichte ist alles andere als lustig. Der Schauspielstudent aus Damaskus gehörte 2011 zu den ersten Demonstranten gegen das Assad-Regime. Mit der Kamera dokumentierte er den syrischen Bürgerkr

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