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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2017
Neuer Mut in schweren Zeiten
Jüdische Gemeinden in Deutschland
Der Inhalt:

Patchwork im Stamme Jakob

von Eva-Maria Lerch vom 27.10.2017

Das Ideal der lebenslangen Ehe und (möglichst kinderreichen) Familie wird in den Kirchen so sehr gepflegt und hochgehalten, dass es fast als verbindliche christliche Lebensform gilt. Nach dem Beispiel von Martin und Katharina Luther bestimmt es seit bald 500 Jahren die protestantische Kultur, später dann auch das Bild der »gut katholischen« Familie.

Als biblisches Vorbild gilt dabei die »heilige Familie«: Josef, Maria und das Jesuskind. Dabei ist auch dies eine Stieffamilie. Denn Jesus ist – zumindest nach den Aussagen des Lukasevangeliums – kein leibliches Kind Josefs, er wird nur von ihm großgezogen. Und im Alten Testament wimmelt es nur so von Patchworkfamilien: Stammvater Abraham etwa benutzt seine Magd Hagar als Leihmutter und zeugt mit ihr einen Sohn. Erst später bekommt der alte Mann noch ein weiteres Kind mit seiner Ehefrau Sara

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