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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2017
Neuer Mut in schweren Zeiten
Jüdische Gemeinden in Deutschland
Der Inhalt:

Gott – Person oder Energie?

vom 27.10.2017

Die Vorstellung von Gott als Person sei naiv, alles im Kosmos sei Energie, sagte Klaus-Peter Jörns im Interview in Publik-Forum 17/2017. Im darauffolgenden Heft widersprach ihm Stephan Schaede. Reaktionen unserer Leserinnen und Leser

Stephan Schaede setzt Energie mit einer nichtintelligenten Kraft gleich, die sich folglich völlig zufällig verhält. So gesehen hat er aber die Erkenntnisse der Quantenmechanik außer Acht gelassen, die nicht nur von Energie als einem Zufall, sondern von Information, also einer Intelligenz, spricht, die den gesamten Kosmos durchdringt. Herr Schaede sieht einen unüberwindbaren Widerspruch zwischen einem apersonal gedachten Gott und Liebe beziehungsweise Geist. Ich halte es für zu eng gedacht, Liebe nur im Kontext von Personalität zu sehen. Welche Wirkung Liebe auf Tiere und Pflanzen hat, denen wir das Personsein absprechen, ist bekannt. Liebe überschreitet die Grenze des Personalen. Wenn Gott etwas mit seiner Schöpfung zu tun hat, dann ist die gesamte Materie von seiner Intelligenz (Logos) durchdrungen. Genau an diesem Punkt treffen sich Naturwissenschaften und Religionen. Man muss nur die Mystiker aus allen Erdteilen lesen, um zu einem viel weiteren Verständnis von Gott oder dem Einen zu kommen. Wenn Gott in allem ganz tief verborgen ist, kann ich ihn – ohne ihn personal zu denken – trotzdem mit Du ansprechen. Bernhard Fichtner, Riedstadt

»Gott ist mehr ist als Energie«: Das würde ich sofort unterschreiben. Aber Herr Schaede hätte als Theologe sehen müssen, dass christliche Mystiker (Johannes vom Kreuz, Teresa von Avila, Meister Eckhart u. a.), auch evangelische (Tersteegen u. a.), von Erfahrungen von Allverbundenheit sprechen, die ganz eindeutig apersonale Gotteserfahrung beschreiben. Klemens J. P. Speer, Osnabrück

Das häufigste Argument gegen ein »personales« Gottesbild lautet, dass dabei nur menschliche Wünsche und Bilder anthropomorph naiv auf »Gott« übertragen würden (Feuerbach lässt grüßen). Es mag psychologisch einen Unterschied zwischen personalen und apersonalen Vorstellungen geben, erkenntnistheoretisch sind sowohl Gott als »Vater/Mutter/guter Hirte« als auch Gott als »Energie/Grund des Seins/Urkraft« Übertragungen menschlicher Bi

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