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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2017
Neuer Mut in schweren Zeiten
Jüdische Gemeinden in Deutschland
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

Andreas Meißner
Mensch, was nun?
oekom. 328 Seiten. 23 €

Der Münchner Psychiater Andreas Meißner streift durch Evolutionslehre, Physik, Biologie, Soziologie, Psychologie und Psychotherapie und vergleicht Mechanismen der Ökologie und der Psychologie. Sein Fazit ist ernüchternd. Die ökologische Krise vollziehe sich so langsam, dass Menschen sie entweder nicht wahrhaben wollten oder vor ihrer Komplexität resignierten. So wenig es der Politik im Großen gelinge, eingespielte Verhaltensweisen rechtzeitig zu ändern, so wenig gelinge dies der Psychotherapie im Kleinen. Der Mensch werde sich nie einer Natur unterwerfen, die er zu beherrschen vorgibt. Meißners Streifzug ist gebildet und lehrreich. Letztlich seien Menschen zwar fähig zu technischen Revolutionen, aber unfähig zum Schonen der Lebensgrundlagen. Daraus nähren sich Stress und Depression. Wen das wütend mache, dem eröffne Ökopsychotherapie mehr Lebensqualität. Ernst Rommeney

Herlinde Pauer-Studer/
J. David Velleman
»Weil ich nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker bin«
Suhrkamp. 348 Seiten. 26 €

Die Biografie des SS-Richters Konrad Morgen gleicht einer Studie moralischer Komplexität. Morgen verstand sich selbst als »Gerechtigkeitsfanatiker«, glaubte jedoch als überzeugter Nazi an das moralische Recht des Staates, millionenfach Juden umzubringen. Gleichzeitig empfand er Mitleid mit dem Schicksal der KZ-Häftlinge. Er war in der Gerichtsbarkeit der SS tätig, die über die »Moral« und die Einhaltung des »Ehrenkodex« der Organisation wachen sollte. Er ermittelte unter anderem gegen Karl O