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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2019
Abschied von Gandhi
150 Jahre nach seiner Geburt herrschen in Indien Gewalt und Fanatismus
Der Inhalt:

In diesem Kindergarten drucken Kinder ihre Bücher selbst

von Katharina Müller-Güldemeister vom 27.10.2019
Von Hausbooten und dem Leiden der Einhörner: Im Buchkindergarten in Leipzig dreht sich alles um den Buchdruck
Die Buchkinder stellen ihre Werke im Zeigekreis vor (Foto: Müller-Güldemeister)
Die Buchkinder stellen ihre Werke im Zeigekreis vor (Foto: Müller-Güldemeister)

Gerda und Loren stehen in Kitteln an einem Tisch und haben Lust auf Rot. Beherzt greift Gerda eine Flasche mit Plaka-Farbe und drückt mit beiden Händen einen ordentlichen Batzen heraus. Nun tauchen beide die Pinsel ein und malen um die Wette: ein Gesicht, einen Lachmund, Kulleraugen. Dann aber unterscheiden sich ihre Bilder zunehmend voneinander. Auf Gerdas Blatt feiern bald Pusteblumen eine Party, wie sie erzählt, Loren malt ihrem Gesicht einen Schmetterling auf den Kopf. Vielleicht werden Gerda und Loren aus ihren Bildern sogar ein kleines Buch machen, das dann zu kaufen sein wird. Die beiden gehen nämlich in den Buchkindergarten in Leipzig, der vor sechs Jahren aus dem Verein »Buchkinder Leipzig e. V.« entstand und bislang der einzige seiner Art in Deutschland ist. Geschäftsführer Sven Riemer beschreibt das Konzept als Liebeserklärung an den kindlichen Geist. »Der Grundstein ist die liebevolle Hinwendung zum Kind: Wir sind interessiert an dir, an dem, was du mitbringst, und an dem, was du ausdrücken möchtest.«

Die Druckwerkstatt, in der Gerda, Loren, Gustav, Yesha und noch ein paar andere Kinder heute arbeiten, ist ein heller Raum mit Stempelkästen, Schreibmaschinen und kleinen Druckpressen. Jedes Kindergartenkind kann einen Vormittag pro Woche herkommen, um zu malen, mit Farben zu experimentieren, Linien und Flächen in Linolplatten zu kerben und um zu erzählen, was ihm dazu einfällt.

Yesha hat sich eine Linolplatte aus seinem Fach geholt, die durchzogen ist von Linien, die sich kreuzen. Er beugt sich über die Platte und setzt ein Werkzeug an, das er »Schnitzel« nennt. In sich versunken, mit kleinen routinierten Bewegungen, schiebt er das Werkzeug von sich weg, sodass neue Linien entstehen. »Das sin

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