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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2018
Gottverlassen
Findet die katholische Kirche aus ihrer selbstverschuldeten Misere?
Der Inhalt:

Vorgespräch: Wie begegnen wir der Zukunft?

von Eva-Maria Lerch vom 05.10.2018
Fragen an Konstantin Rößler zur Arbeitstagung der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie

Publik-Forum: Herr Rößler, »Lust auf Zukunft« heißt die Tagung, die Sie Ende Oktober veranstalten. Wie kann man in diesen Zeiten, wo sich Angst und Hass so stark verbreiten, Lust auf Zukunft haben?

Konstantin Rößler: Genau diese Frage hat uns bei der Vorbereitung bewegt. Gerade jetzt, wo viele Ordnungen ins Wanken geraten und die Angst enorm wächst, kommt es darauf an, dass wir als Therapeuten und Seelsorger eine bejahende Haltung zur Zukunft haben – keine der Furcht und Resignation. Die Haltung, mit der wir der Zukunft begegnen, hat großen Einfluss darauf, wie sie sich gestalten wird.

Es ist eine Tagung der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie,deren Vorsitzender Sie sind. Geht die Psychologie nicht eher den Weg »nach innen« als »nach draußen« in die Gesellschaft?

Rößler: Die Tiefenpsychologie wirkt immer nach innen und nach außen. Einer ihrer Begründer, Carl Gustav Jung, hat gesagt: »Individuation schließt die Welt nicht aus, sondern ein.« Die Arbeit am Individuum mit seinen unbewussten Anteilen führt zu einer Entwicklung, die das Individuum weiterbringt. Aber auch dazu, dass sich dieses entwickelte Individuum in die Gesellschaft einbringt. Zum anderen lassen sich tiefenpsychologische Perspektiven bewusst auch auf Kollektive anwenden.

Wie denn?

Rößler: Wir halten es für einen wichtigen Ansatz, die kollektiven unbewussten Strömungen zu verstehen, die die Gesellschaft derzeit in Angst und Verwirrung setzen. Und wahrzunehmen, welche Wurzeln die haben. Es ist uns ein Anliegen, da einen gesellschaftspolitischen Akzent zu setzen.

Kann man mit Tiefenpsychologie gesellschaftliche Veränderungen bewirken?

Rößler: Wir hoffen das. Wenn es gelingt, diese unbewussten Beweggründe auf tiefenpsychologische Art zu verstehen – und damit meine ich kein rein intellektuelles Verstehen, sondern auch ein Verstehen aus emotionalem Erleben –, dann kommt man heraus aus der Gefahr der Spaltung. Man hört auf, den anderen mit Projektionen zu belegen, ihn als Feind oder Bedrohung zu sehen. Dann entsteht etwas Konstruktives.

Was passiert denn bei Ihrer Tagung?

Rößler: Da kommen etwa sechsh

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