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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2018
Gottverlassen
Findet die katholische Kirche aus ihrer selbstverschuldeten Misere?
Der Inhalt:

Sachbücher

vom 05.10.2018

Birgit Weiler
Gut leben – Tajimat Pujút
Grünewald. 215 Seiten. 25 €

In den indigenen Gemeinschaften der Avajún und Wampis im Norden Perus hat »Tajimat Pujút« eine zentrale Bedeutung für das Zusammenleben. Es lässt sich mit »Gutem Leben« im Sinne eines beziehungsreichen und achtsamen Lebens mit den Mitmenschen, der Natur und dem gesamten Kosmos übersetzen. Eine informative Einführung in die Kultur dieser beiden Völker bietet dieses Buch mit dem programmatischen Untertitel »Prophetische Kritik aus Amazonien im Zeitalter der Globalisierung«. Seine Verfasserin ist missionsärztliche Schwester, die seit 25 Jahren in Peru lebt und an der Jesuitenuniversität in Lima lehrt. »Prophetisch« sind für sie die autochthonen Kulturen darin, dass sie der vermeintlich hoch entwickelten Welt einen Spiegel für ihren destruktiven Umgang mit den zur Verfügung stehenden menschlichen und natürlichen Ressourcen vorhalten. Die Begegnung mit ihnen fordert auch zu einer erneuten Lektüre der biblischen Schriften – und damit der kirchlichen Doktrin und Praxis – heraus. Norbert Mette

Maria Anna Zumholz/
Michael Hirschfeld (Hg.)
Zwischen Seelsorge und Politik
Aschendorff. 818 Seiten. 29,80 €

26 Autoren beschreiben in diesem von 14 Diözesen finanzierten Buch nüchtern die Stärken und Schwächen von 23 zur NS-Zeit residierenden Bischöfen. Basis sind Ergebnisse einer Tagung 2016, auf der wissenschaftliche Kurzbiografien des katholischen Führungspersonals in der Nazidiktatur vorgestellt wurden. Ausgangspunkt der Tagung wie des Buchs war die Feststellung, dass bisher in der Forschung die zentrale Aufgabe der Bischöfe vernachlässigt worden sei: ihr Priester-, Lehr- und Hirtenamt auszuüben, die kirchliche Lehre und ihre Werte unverfälscht zu bewahren und die Katholiken gegen die NS-Weltanschauung zu immunisieren. In dem Buch geht es darum, die bischöflichen Aufgaben zu überprüfen, die in der NS-Zeit stark eingeschränkten Handlungsspielräume zu erörtern und die Reaktionen von Kirchenmitgliedern gegenüber dem NS-Regime darzustellen. Strikt auf die seelsorgliche Tätigkeit der Bischöfe beschränkte Analysen kommen in dem Band ebenso vor wie detaillierte Milieustudien, die die Hintergründe bischöflichen Agierens im damaligen Kontext ausleuchten. Kirchen- und bis

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