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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2018
Gottverlassen
Findet die katholische Kirche aus ihrer selbstverschuldeten Misere?
Der Inhalt:

Jung, weiblich, kämpferisch

von Dorothea Hahn vom 05.10.2018
Die USA vor den Kongresswahlen: Die Opposition ist stark, die Demokratische Partei auffällig bunt – aber auch in sich zerstritten

Die »blaue Welle« ist in den USA in aller Munde. Nach einigen überraschenden Siegen träumen die Demokraten in Anlehnung an die Farbe ihrer Partei von einer »blauen Welle«, davon, bei den Wahlen am 6. November die Republikaner zu überholen. Wenige Wochen vor den US-Kongresswahlen prognostizieren nun Meinungsforschungsinstitute – darunter selbst die konservativsten –, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückerobern könnten. Im Senat ist ihre Lage zwar kniffeliger, aber selbst da ist eine kleine demokratische Mehrheit nicht auszuschließen. In der demokratischen Partei streben mehr Frauen als je zuvor in die gewählten Institutionen des Landes – und mehr Vertreter von Minderheiten.

Dass die Partei des amtierenden Präsidenten bei den Midterm Elections Stimmen verliert, ist nicht ungewöhnlich. Die US-Amerikaner nutzen die Wahlen zur Hälfte der präsidentiellen Amtszeit traditionell, um Gegengewichte zu dem mächtigen Mann im Weißen Haus zu schaffen. Das haben auch Barack Obama, Bush Vater und Sohn, Bill Clinton und Ronald Reagan zu spüren bekommen. Neu ist diesmal allerdings die Wucht der moralischen Entrüstung und die große Zahl von Neulingen, die auf demokratischer Seite in die Politik streben.

Ihre Motivation hat einen gemeinsamen Nenner: Donald Trump. Seine Wahl hat Millionen US-Amerikaner aus der politischen Apathie gerissen. Nach dem ersten Schock haben sie die größten Protestdemonstrationen der US-Geschichte veranstaltet und eine Vielzahl von neuen Organisationen gegründet – von der Women’s March- über die MeToo-Bewegung bis hin zu Resist und Indivisibles. Und sie haben sich geschworen, bei den Midterms die Mehrheitsverhältnisse zu ändern. Von Anfang an standen Frauen an der Spitze der Protestbewegung. Manche von ihnen haben seither Blitzkarrieren hingelegt. Im Januar 2017 fingen sie mit rosa Strickmützen an, gegen Trumps Politik aufzubegehren, in den Folgemonaten übten sie sich als Zwischenruferinnen bei Auftritten von Trump und ließen sich von Polizisten aus Sälen tragen und verhaften. Dann nahmen sie an Schulungen teil, bei denen die demokratische Partei weibliche Nachwuchskräfte ausbildete. Und jetzt, gut eineinhalb Jahre später, stehen viele von ihnen kurz vor ihrer Wahl ins US-Repräsentantenhaus.

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